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Spätes D-Mark-Revival bei O2

Archivmeldung vom 04.05.2005

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.05.2005 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Michael Dahlke

Die D-Mark kommt zurück. Zumindest beim Telefonanbieter O2. Nach einem Gerichtsurteil muß das Unternehmen seine Rechnungen wieder in der alten Währung ausstellen. Stern.de berichtet

In einem jahrelangen Rechtsstreit um die Euro-Umrechnung bei Telefontarifen hat sich die Verbraucherzentrale Hamburg gegen das Mobilfunkunternehmen O2 durchgesetzt. Die Verbraucherschützer hatten O2 vorgeworfen, die Euro-Einführung bei bestimmten Telefontarifen zu Preiserhöhungen genutzt zu haben. Das Landgericht München verurteilte O2 dazu, die bislang übliche Umrechnungs-Praxis bei den strittigen Tarifen zu unterlassen. Da der Fall bis zum Europäischen Gerichtshof gegangen war, handele es sich bei dem Urteil um die verbindliche Auslegung europäischen Rechts, sagte ein Gerichtssprecher am Mittwoch in München. Damit dürfte die Regelung auch für andere Mobilfunkkonzerne gelten.

Urteil des Landgerichts München
Als Konsequenz aus dem Urteil des Landgerichts München darf O2 bei den betroffenen Kunden vermutlich nicht mehr den Minutenpreis in Euro umrechnen, sondern muß die gesamte Rechnung in D-Mark erstellen und erst die Endsumme in Euro umrechnen und runden. Zunächst will O2 das Urteil nach Worten eines Sprechers aber prüfen.
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In dem Rechtsstreit ging es um Verträge, die mit D-Mark-Minutenpreisen und 10-Sekunden-Takt abgeschlossen waren. Dies sind nach Worten des O2-Sprechers weniger als 10 Prozent der rund 7,4 Millionen Verträge. Nach Ansicht der Verbraucherschützer ist der Minutenpreis bei einem Telefontarif nur eine Rechengröße für den letztlich zu bezahlenden Preis und darf nicht vorzeitig gerundet werden. Durch die Rundung habe sich der Preis beispielsweise für ein 10-minütiges Telefonat von 50 Pfennig auf 59 Pfennig (30 Cent) erhöht. O2 hatte argumentiert, bei der Euro-Umrechnung sei nach kaufmännischen Regeln gerundet worden. Dabei seien die Preise bei einigen Tarifen auch abgerundet worden.
 
DPA
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