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Ein Mond gibt Rätsel auf

Archivmeldung vom 26.04.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.04.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Titan im sichtbaren Licht, aufgenommen aus einer Entfernung von 174.000 Kilometern (Raumsonde Cassini, 2009)
Titan im sichtbaren Licht, aufgenommen aus einer Entfernung von 174.000 Kilometern (Raumsonde Cassini, 2009)

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Nicht nur bei den in jüngster Zeit entdeckten extrasolaren Planeten, also Planeten, die um andere Sterne als um unsere Sonne kreisen, gibt es Neues zu erforschen. Auch unser eigenes Sonnensystem gibt immer wieder Rätsel auf. Ein Astrophysiker der TU Berlin konnte nun beim Saturnmond „Titan“ ein Phänomen nachweisen, das bisher rätselhaft schien. Sein Artikel erschien gestern in der Fachzeitschrift „Nature Astronomy“.

Der Saturnmond „Titan“, immerhin der zweitgrößte Mond in unserem Sonnensystem, zeigt ein eigenartiges Verhalten. Entgegen aller Erwartung erscheint die Nachtseite des Mondes heller als seine Tagseite. Insbesondere die Dämmerungszone an der Grenze zwischen Tag- und Nachtseite trägt zu der außerordentlichen Helligkeit der Nachseite bei. Dr. Antonio García Muñoz vom Zentrum für Astronomie und Astrophysik an der TU Berlin aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Heike Rauer, hat mit seinen Kollegen durch Modellrechnungen gezeigt, dass die Dämmerungszone bis zu 200-fach heller ist als die Tagseite. Ihre Resultate stellen die Wissenschaftler jetzt in einem Artikel der Fachzeitschrift „Nature Astronomy“ vor.

Dieses Phänomen, das nur der Saturnmond „Titan“ aufweist, ist auf dessen ausgedehnte Atmosphäre und auf die effektive Streuung des Sonnenlichts durch Dunstteilchen zurückzuführen. Kein anderer Mond oder Planet im Sonnensystem zeigt ein ähnliches Verhalten.

„Dies ist eine höchst interessante Perspektive auch für die Erforschung von Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, den Exoplaneten“, bestätigt Prof. Dr. Heike Rauer vom TU-Zentrum für Astronomie und Astrophysik, die gleichzeitig Leiterin der Abteilung „Extrasolare Planeten und Atmosphären“ am Deutschen Institut für Planetenforschung (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) ist. Sie beschäftigt sich mit der Modellierung der Atmosphären von Exoplaneten. „Würde man dieses Phänomen bei einem extrasolaren Planeten finden, könnte man dessen Atmosphäre genauer charakterisieren, etwa die atmosphärische Schichtung oder die Dunstglocke, die den Planeten umgibt.“

Quelle: Technische Universität Berlin (idw)

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