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Chitin aus Garnelenschalen und Fruchtabfall

Archivmeldung vom 20.05.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.05.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
William Chen mit Chitinfolie und Mitarbeiterinnnen.
William Chen mit Chitinfolie und Mitarbeiterinnnen.

Bild: ntu.edu.sg

Der wichtige Industrierohstoff Chitin lässt sich künftig umweltverträglich gewinnen. Bisher wird es mit hohem Energieaufwand und unter Einsatz von Chemikalien aus Garnelenschalen extrahiert. Forscher an der Nanyang Technological University, Singapore haben jetzt eine biotechnische Methode entwickelt, die geringe Kosten verursacht, keine schädlichen Nebenprodukte hervorbringt und Chitin in reinerer Form produziert, als es bisher möglich war.

Weniger Schalen auf dem Müll

Forschungsleiter William Chen und sein Team setzen außer den Schalen von Garnelen und anderen Krustentieren, die weltweit in einer Menge von sechs bis acht Mio. Tonnen anfallen und zum Großteil auf dem Müll landen, ein weiteres Abfallprodukt ein: Rückstände von Früchten. Beide werden miteinander vermischt und in einem Bioreaktor vergoren.

Laut den Forschern ist in den Fruchtresten noch so viel Zucker enthalten, dass eine Fermentation möglich ist. Sie probierten es mit Trester aus roten und weißen Trauben, Mango- und Apfelschalen sowie mit den ungenießbaren Kernen von Ananas, die ausgestanzt werden. Wenn der Prozess zu Ende ist, muss das Chitin lediglich von den Fruchtresten getrennt werden.

Biochitin ist reiner als industrielles

Die Forscher haben ihr Produkt mithilfe der Kristallstrukturanalyse analysiert, ein Verfahren auf der Basis von Röntgenlicht, das die innere Struktur des Chitins entschlüsselt. So ermittelten sie die Reinheit des Produkts, die als Kristallinitätsindex erfasst wird. Während das klassisch gewonnene Chitin auf einen Wert von 87,56 Prozent kommt, sind es bei ihrem Produkt 98,16 Prozent, sagen die Forscher.

Das neue Verfahren sei vor allem für Winzer interessant, meint Chen. Denn es funktioniere am besten mit Trester aus roten Trauben. "So können sie ihren Abfall reduzieren", schwärmt Chen. Mit seinem Team arbeitet er jetzt daran, weitere Nutzungsmöglichkeiten für Chitin zu finden. Es lässt sich beispielsweise zur Herstellung umweltverträglicher Folien für die Verpackung von Lebensmitteln nutzen.

Chitin lässt sich auch in Chitosan umwandeln. Das ist ein begehrtes Schlankheitsmittel und wird auch in großem Stil in der Abwasserreinigung und von der Getränkeindustrie eingesetzt. Chen und seinem Team gelang es, auch dieses Naturprodukt per Fermentation herzustellen.

Quelle: www.pressetext.com/Wolfgang Kempkens

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