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Hormonspray macht Männer sensibler

Archivmeldung vom 29.04.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.04.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Viola Decker / PIXELIO
Bild: Viola Decker / PIXELIO

Darauf haben manche Frauen sicher gewartet: Das Neuropeptid Oxytocin verbessert bei Männern die Fähigkeit, sich emotional in ihre Mitmenschen hineinzuversetzen. Das zeigt eine Studie der Universität Bonn und des Babraham-Instituts Cambridge, die jetzt im Journal of Neuroscience erschienen ist.

An dem Experiment nahmen 48 gesunde Männer teil. Die eine Hälfte erhielt zu Beginn ein Oxytocin-haltiges Nasenspray, die andere ein Placebo. Danach zeigten die Forscher ihren Probanden Fotos von emotional aufgeladenen Situationen: ein weinendes Kind, ein Mädchen, das seine Katze umarmt, einen trauernden Mann. Die Teilnehmer sollten angeben, inwieweit sie mit den abgebildeten Personen mitfühlten.

"Die Oxytocin-Gruppe gab signifikant höhere emotionale Empathie-Werte zu Protokoll als die Placebo-Gruppe", fasst Dr. René Hurlemann von der Uni Bonn das Hauptergebnis zusammen. Die getesteten Männer erreichten Werte, wie sie sonst für Frauen typisch sind. Normalerweise kann das "schwache" Geschlecht in punkto "Empathie" einen deutlichen Vorsprung verbuchen.

In einem zweiten Versuch mussten die Teilnehmer am Computer einen einfachen Merktest absolvieren. Bei richtigen Antworten erschien auf dem Bildschirm ein lobendes, bei falschen ein tadelndes Gesicht. Alternativ erfolgte das Feedback über grüne (richtig) oder rote (falsch) Kreise. "Ganz allgemein war der Lernerfolg höher, wenn die Rückmeldung über Gesichter erfolgte", sagt Dr. Keith Kendrick vom Babraham-Institut im britischen Cambridge. "Die Oxytocin-Gruppe sprach auf das mimische Feedback aber noch einmal deutlich besser an als die Placebo-Gruppe." Eine wichtige Rolle scheint in diesem Zusammenhang der so genannte Mandelkern spielen. Diese Hirnstruktur ist an der emotionalen Bewertung von Situationen beteiligt.

Oxytocin ist ein Hormon, das unter anderem die Geburtswehen auslöst. Das Neuropeptid wird mit Gefühlen wie Liebe und Vertrauen in Verbindung gebracht. "Unsere Studie zeigt zum ersten Mal, dass emotionales Einfühlungsvermögen durch Oxytocin moduliert wird", sagt Hurlemann.

Quelle: Universität Bonn

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