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Erinnerungen lassen sich formen

Archivmeldung vom 24.09.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 24.09.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Dieter Schütz / pixelio.de
Bild: Dieter Schütz / pixelio.de

Misshandelte Kinder, vergewaltigte Frauen, von grässlichen Erinnerungen gepeinigte Soldaten, Opfer schwerer Unfälle: Um ihnen zu helfen, versuchen Hirnspezialisten Arzneien zu entwickeln, die schlimme Erlebnisse aus dem Gedächtnis löschen. Das berichtet die Zeitschrift WUNDERWELT WISSEN in der aktuellen Ausgabe.

Generationen von Hirnforschern glaubten, dass sich einmal ins Gehirn eingeprägte Langzeiterinnerungen nicht mehr verändern. Sie seien in die Neuronenstruktur wie in Stein gemeißelt. Doch seit einigen Jahren bröckelt das alte Paradigma, und ein neues Bild unseres Gedächtnisses entsteht. Forscher wissen heute, dass Erinnerungen sich im Laufe der Zeit wandeln. Und nicht nur das: Dank neuer Wirkstoffe lassen sie sich gezielt formen - und, falls gewünscht, auf Knopfdruck sogar ausradieren wie mit der Löschtaste des Computers.

So wurden etwa klinische Studien durchgeführt, in denen es darum ging, quälende Erinnerungen von Patienten zu entschärfen. Behilflich ist dabei Propranolol, ein Medikament, das vor allem bei Bluthochdruck und Herzkreislaufkrankheiten eingesetzt wird, da es die Rezeptoren von Adrenalin und Noradrenalin blockiert.

Doch nicht jedermann ist von der Kunst der Hirnforscher begeistert. Kritiker hinterfragen, ob die pharmakologische Hirnwäsche nicht an den Grundfesten unseres Menschenbildes rüttelt. Leon Kass, ehemals Bioethikberater des US-Präsidenten George Bush, der heute an der University of Chicago lehrt, warnt vor Missbrauch. Für Kass gibt es eine "Pflicht zum Erinnern" - nur wer Schreckliches emotional erlebt, so seine Argumentation, entwickle Mitgefühl.

Quelle: WUNDERWELT WISSEN

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