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Kursbeben sind wie Erdstöße vorhersagbar

Archivmeldung vom 20.02.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.02.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Konstantin Gastmann, pixelio.de
Bild: Konstantin Gastmann, pixelio.de

Ein japanisches Modell zur Vorhersage von Nachbeben nach Erdbeben ist auch geeignet, um auf dem Finanzmarkt Kursnachbeben nach Initialschocks vorherzusagen. Das haben Forscher der russischen National Research University Higher School of Economics in einer aktuellen Arbeit gezeigt. Die Methode ist ähnlich zuverlässig bei der Vorhersage solcher Finanzrisiken wie jene Instrumente, die Analysten traditionell nutzen.

Nachbeben aller Art

Erdbeben und Kursschocks haben eines gemein: Sie kommen selten allein. So, wie die Erde nachbebt, gibt es auch auf dem Finanzmarkt Folgeerschütterungen. Der ursächliche Zusammenhang von erstem Schock und Nachbeben ist ähnlich. Die Russen haben daher untersucht, ob sich das vom Japaner Yosihiko Ogata 1988 entwickelte ETAS-Modell (Epidemic-type Aftershock Sequence) von der Seismologie auf den Finanzmarkt übertragen lässt. Dazu haben sie Bewegungen des S&P500-Aktienindex sowie des Dollar-Rubel-Kurses an der Moskauer Börse herangezogen und anhand der Daten erstellte Prognosen mit den realen Entwicklungen verglichen.

Von 277 Währungs-Kursschocks in der Zeit vom von 26. Januar 1999 bis 10. April 2017 konnte das Modell im Test 112 und damit rund 40 Prozent erfolgreich vorhersagen. "Das liegt daran, dass die Methode nur Folgeereignisse, nicht aber das erste vorhersagt", betont Forscherin Lyudmila Egorova. Dazu kommt, dass sich der Währungsmarkt gerade nach extern bedingten Schocks, beispielsweise den Terroranschlägen vom 11. September 2001, sehr schnell wieder beruhigt, es hier also wenig Nachbeben gibt. Bei intern bedingten Kursunruhen, wie durch platzende Spekulationsblasen, treten diese noch eher auf.

Analystentaugliches Tool

Egorova zufolge ist die Genauigkeit der Vorhersage mit dem ETAS-Model nicht schlechter als jene anderer gängiger Modelle zur Abschätzung finanzieller Risiken. Das hat ein Vergleich der damit erstellten Prognosen für den S&P500 mit denen anderer Modell ergeben. Die ursprünglich seismologische Methode zur Prognose von Nachbeben scheint also geeignet, die Palette der Werkzeuge, mit denen Risikoanalysten auf dem Finanzmarkt arbeiten, zu erweitern.

Quelle: www.pressetext.com/Thomas Pichler

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