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Trisomie-Bluttest: Katholische Kirche fürchtet mehr Abtreibungen

Archivmeldung vom 23.08.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.08.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Schema des Genoms bei freier Trisomie 21
Schema des Genoms bei freier Trisomie 21

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) fürchtet für den Fall einer routinemäßigen Einführung neuer Bluttests zur Früherkennung des Down-Syndroms einen "Abtreibungsautomatismus". "Die Selektion menschlichen Lebens nach genetischen Kriterien verstößt gegen die unbedingte Pflicht, die Würde des Menschen zu achten", heißt es in einem internen Brief des bei der DBK für Bioethik zuständigen Bischofs von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, an den Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundesausschusses, Josef Hecken, aus dem die "Welt" zitiert.

Im Gemeinsamen Bundesschauschuss (G-BA) sind Ärzte, Krankenhäuser und Krankenkassen organisiert. Wie in der vergangenen Woche bekannt wurde, prüft der G-BA derzeit die Zulassung eines neuen, nicht-invasiven Bluttests auf Trisomien ("Praena-Test") als Kassenleistung bei Risikoschwangerschaften. "Alle empirischen Forschungen" hätten gezeigt, "dass der Praena-Test in der Praxis als reines Selektionsinstrument wirkt, das einen Abtreibungsautomatismus in Gang setzt", schreibt Bischof Fürst in dem Brief, der schon im Januar verschickt wurde.

Bereits jetzt führten "rund 90 Prozent" der Trisomie-Verdachtsfälle zum Tod des Embryos. "Wenn man die bisherige Praxis der ärztlichen Beratung und den gesellschaftlichen Druck auf Eltern behinderter Kinder hinzunimmt, ist zu befürchten, dass die Aufnahme des Bluttests in die verbindlichen Leistungen gesetzlicher Krankenkassen die Abtreibung von menschlichen Embryonen mit abweichendem genetischen Befund in rasanter Weise befördern wird."

Der Praena-Test berge die Gefahr, dass das Leben mit Behinderung von der Gesellschaft allmählich als "grundsätzlich zu vermeidendes Übel" stigmatisiert werde, heißt es weiter. "Insofern der Bluttest einer solchen Selektionsmentalität und Diskriminierung Behinderter Vorschub leistet, steht er in einem bizarren Widerspruch zu den vom Gesetzgeber und der Politik ansonsten zu Recht betonten Zielen der Solidarität und Inklusion." Außerdem würden die Eltern mit der neuen Untersuchungsmethode in "gravierende Entscheidungskonflikte (über Leben und Tod)" gestürzt, "ohne dass eine angemessene medizinische und ethische Aufklärung und psycho-soziale Begleitung der Betroffenen sichergestellt ist".

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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