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KI-System erforscht Ursachen religiöser Gewalt

Archivmeldung vom 06.11.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.11.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Gedenkstätte: KI analysiert Gewalt.
Gedenkstätte: KI analysiert Gewalt.

Bild: Katharina Wieland Müller, pixelio.de

Wissenschaftler der University of Oxford haben ein System entwickelt, das mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) die Ursachen von religiösen Konflikten analysiert. Der Ansatz kombiniert komplexe Computermodelle und kognitive Psychologie, um Religiosität zu simulieren und auf diese Weise einen besseren Einblick in die Umstände zu erhalten, die zu religiöser Gewalt führen. Die Forscher hoffen auf Basis der Ergebnisse ihrer Untersuchungen, Regierungen künftig mehr Unterstützung bei der Verhinderung sozialer Konflikte und von Terrorattacken zu bieten.

Völlig neuer Ansatz

"99 Prozent der Menschen kennen KI nur in Zusammenhang mit maschinellem Lernen und automatischen Systemen, die bestimmte Aufgaben, wie das Klassifizieren von positiven oder negativen Twitter-Meldungen, übernehmen können. Bei unseren Untersuchungen setzen wir aber eine sogenannte Multi-Agent-KI ein, um ein psychologisch gesehen möglichst realistisches Abbild des menschlichen Verhaltens zu erhalten", erklärt Justin Lane, Doktoratsstudent am Institute of Cognitive & Evolutionary Anthropology in Oxford. Dieser Ansatz sei völlig neu und habe enormes Potenzial.

"Um mittels KI so etwas wie Religion oder Kultur zu erforschen, müssen wir die menschliche Psyche simulieren. Sie ist die Ausgangsbasis unseres kulturellen und religiösen Denkens und Handelns", betont Lane. Wenn man diese komplexen Prozesse besser verstehen würde, könnte man diese Erkenntnisse nutzen, um soziale Konflikte nicht nur leichter unter Kontrolle zu bringen, sondern sogar auch weitestgehend zu minimieren, ist der Experte überzeugt: "Dieses Projekt könnte, wenn es effizient genutzt wird, ein unglaublich positives Werkzeug sein, das die Stabilität unserer Gesellschaft stärkt", so Lane.

Daten realer Terrorakte

Zur Entwicklung ihrer realistischen Simulationen haben die Forscher bestimmte Regeln und Theorien zur kognitiven Psychologie des Menschen in eine spezielle KI-Software programmiert. Diese wurde dann einem ausgiebigen Training unterzogen, das auf umfassenden Daten zu realen historischen Konflikten und Terrorakten, wie etwa dem Anschlag in London im Jahr 2017 oder dem Bombenangriff auf den Boston-Marathon im Jahr 2013, beruhte.

Nach abgeschlossenem Training kreierten die Wissenschaftler aus den zusammengetragenen Infos sogenannte "psychologische KI-Agenten", die das Verhalten echter Menschen nachahmen. "Um Interaktionen in größeren Gruppen und Gesellschaften zu simulieren, mussten wir eine künstliche Umgebung schaffen und diese mit Millionen von KI-Abbildern besiedeln, die sich lediglich in punkto Alter oder ethischer Herkunft unterscheiden", schildert Lane. In einem Folgeprojekt will er nun mit derselben Methode demografische Verschiebungen durch Migration in Europa untersuchen.

Quelle: www.pressetext.com/Markus Steiner

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