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Johanniter haben weltweit erstes klassifiziertes Nothilfeteam - UN/EU entscheidet wer in Katastrophenfällen helfen darf und wer nicht

Archivmeldung vom 13.06.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.06.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Wer darf helfen? Infografik zum EMT-Prozess im Falle eines Einsatzes. Helfer können ausgeschloßen werden.
Wer darf helfen? Infografik zum EMT-Prozess im Falle eines Einsatzes. Helfer können ausgeschloßen werden.

Bild: "obs/Johanniter Unfall Hilfe e.V."

Die Johanniter-Auslandshilfe hat ihre internationale Soforthilfe durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klassifizieren lassen und als erstes Team weltweit in der Kategorie "Emergency Medical Team 1 mobile" (EMT 1 mobil) die Prüfung bestanden. Die Johanniter sind außerdem die erste Nichtregierungsorganisation, die den Klassifizierungsprozess erfolgreich durchlaufen hat.

Ein EMT 1 mobil ist ein medizinisches Nothilfeteam, bestehend aus 21 Einsatzkräften, darunter mindestens drei Ärzte, neun Rettungsassistenten und einer Hebamme, die nach Naturkatastrophen in abgelegenen Regionen medizinische Soforthilfe leisten.

"Gratulation zu der harten Arbeit und danke, dass die Johanniter an dem Klassifizierungsprozess teilgenommen haben. Wir von der WHO hoffen, dass die Johanniter uns weiter dabei unterstützen, Teams in Entwicklungsländern dabei zu helfen, Katastrophen und Epidemien selbst bewältigen zu können", sagte Dr. Ian Norton, Leiter des EMT-Klassifizierungsprozesses bei der WHO.

Gemeinsam mit sechs weiteren Experten hatten sie die Prozesse und Standards der Johanniter-Soforthilfe am 12. und 13. Juni in Frankfurt/Main geprüft. "Wir haben den Klassifizierungsprozess von Beginn an aktiv mitgestaltet, weil wir davon überzeugt sind, dass Qualitätsstandards in der Soforthilfe notwendig sind", erklärte Wolf-Ingo Kunze, Mitglied des Bundesvorstandes der Johanniter-Unfall-Hilfe. "Umso stolzer sind wir, dass erste Team weltweit in dieser Kategorie zu sein."

Die EMT-Klassifizierung reguliert künftig den Zugang zu Katastrophengebieten, um schnell und koordiniert Menschenleben retten zu können. Nicht-klassifizierte Organisationen werden wesentlich schlechtere Chancen haben, eine Einreiseerlaubnis für betroffene Länder zu erhalten.

Um die Klassifizierung zu erhalten, haben die Johanniter unter anderem ihr Lager im "Sammlungsraum Logistik und Training" in Frankfurt am Main auf bis zu zehn Tonnen Material vergrößert, Trinkwasseraufbereitungsanlagen angeschafft und umfassende Handlungsrichtlinien für ihre rund 100 ehrenamtlichen Soforthelfer festgeschrieben.

Quelle: Johanniter Unfall Hilfe e.V. /ots

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