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Zinnober verrät Archäologen die Herkunft

Archivmeldung vom 11.03.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.03.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Tausende Jahre alte Artefakte mit Zinnoberspuren.
Tausende Jahre alte Artefakte mit Zinnoberspuren.

Bild: nishina.riken.jp

Forscher des japanischen RIKEN Nishina Center for Accelerator-Based Science haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich extrem kleine Mengen an Quecksilbersulfid, auch als Zinnober bekannt, auf ihre Herkunft analysieren lassen. Das gelingt mit einem hochempfindlichen Massenspektrometer. Es liefert ein Isotopenmuster, das typisch für die Herkunft ist. Die Analyse ist bereits bei einer Probe möglich, die gerade einmal ein Millionstel Gramm wiegt. Rein theoretisch ist es so möglich, Artefakte zu untersuchen, ohne sie zu beschädigen.

Als Probensammler wollten Kazuya Takahashien und sein Team schlichtes Klebeband einsetzen, so wie bei der Gehinnung von Graphen. Klebt man das Band auf einen Graphitblock und zieht ihn wieder ab, bleibt Graphen daran kleben. Bei der Zinnober-Analyse gab es jedoch ein Problem. Die kommerziell erhältlichen Klebefilme enthalten Spuren von Schwefel. Zur Analyse wird die Probe samt Probensammler verbrannt, sodass die Schwefelatome oxidieren. In dieser Form lassen sich die unterschiedlichen Isotope erkennen und damit die Herkunft bestimmen. Doch die Verunreinigungen im Klebeband verfälschten die Ergebnisse.

Handelsbeziehungen nachvollziehbar

"Per Zufall traf ich eine alte Freundin wieder. Sie arbeitete bei einem Unternehmen, das unterschiedliche Bänder herstellt. Eines davon war absolut schwefelfrei", so Takahashien. Damit lies sich nachweisen, dass eine vor 3.500 Jahren aufgegebene Siedlung in Westjapan Handelsbeziehungen mit dem 1.000 Kilometer entfernten Norden von Hokkaido hatte.

Anschließend verglichen die Forscher die Probe mit Zinnober mit jenen aus acht über Japan verteilten Fundstätten von Zinnober. Mit Hokkaido landeten sie einen Treffer. Mit dem neuen Verfahren haben Archäologen ein neues Instrument zur Herkunftsbestimmung. Oft wollen sie wissen, wo ein Bild oder ein bemaltes Tongefäß hergestellt worden ist. Ohne eine Teilzerstörung hätte die benötigte Probenmenge jedoch nicht gewonnen werden können.

Quelle: www.pressetext.com/Wolfgang Kempkens

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