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Wissenschaftler entdecken Protein, dass Viren- und Bakterienangriffe erkennt

Archivmeldung vom 22.01.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.01.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Oliver Randak

Vier Forscherteams aus Österreich, England, USA und Australien haben unabhängig voneinander ein Protein entdeckt, dass Viren- und Bakterienangriffe erkennt.

Einen zentralen Mechanismus der Abwehr von Bakterien- und Virusinfektionen haben Wissenschafter vom Centrum für Molekulare Medizin (Cemm) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien entdeckt. Sie konnten nachweisen, dass das Protein AIM2 offenbar krank machende Viren erkennt. Dann sendet es ein Alarmsignal aus, das die Immunabwehr in Gang setzt.

Die Arbeit einer Forschergruppe unter Cemm-Leiter Giulio Superti-Furga erschien gestern, Mittwoch, online in "Nature Immunology". Erstautor Tilmann Brückstümmer: "Die Identifizierung dieses Moleküls stellt eine große Besonderheit dar. Es hilft uns, die unmittelbaren Reaktionen des Körpers auf Infektionen besser zu verstehen. Wir befinden uns zwar noch in einem sehr frühen Stadium der Erforschung dieses Moleküls, in Zukunft könnte AIM2 aber dazu verwendet werden, die Schutzfunktionen des menschlichen Organismus – zum Beispiel im Falle von Epidemien – zu verbessern."

Das Protein patrouilliert in menschlichen Immunzellen. Sobald es verdächtige DNA entdeckt, vielleicht von einem angreifenden Virus oder Bakterium, löst es die Sekretion des Signalproteins Interleukin-1 aus. Dieser Entzündungsmediator aktiviert einen Invasionsalarm im gesamten Körper. Das Molekül ist einer der wesentlichen Auslöser für Fieber, aber auch zentraler Faktor für Autoimmunkrankheiten, bei denen dieses System außer Rand und Band gerät und körpereigene Proteine angreift.

Zur selben Zeit veröffentlichten drei weitere Forschergruppen aus Worcester (Großbritannien), Philadelphia (USA) und Adelaide (Australien) in den Journalen "Nature" und "Science" die Entdeckung des gleichen Proteins, was die Bedeutung der Forschungsergebnisse am Cemm unterstreiche, heißt es dazu in einer Aussendung. Superti-Furga: "Ich bin sehr stolz, dass unser Forschungszentrum zu einer so wichtigen Entschlüsselung im Bereich der Immunologie beitragen konnte. Das ist ein Beweis dafür, dass Cemm als österreichische Forschungseinrichtung in der internationalen Spitzenforschung mitspielt."

Man wolle nun gemeinsam mit den Partnern an der Medizinischen Universität Wien dieses Protein weiter erforschen, wobei es unter anderem darum gehe herauszufinden, "ob Dysfunktionen des Proteins AIM2 mit Autoimmunkrankheiten – bei denen eine zu große Anzahl an Entzündungssignalen produziert wird – in Verbindung zu bringen sind".

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