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KI erkennt "Blindgänger" aus Vietnamkrieg

Archivmeldung vom 26.03.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.03.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Gefährliche Bombenkrater in Kambodscha mit KI analysieren.
Gefährliche Bombenkrater in Kambodscha mit KI analysieren.

Bild: osu.edu

Wissenschaftler der Ohio State University (OSU) haben Künstlicher Intelligenz (KI) beigebracht, Bombenkrater aus der Zeit des Vietnamkriegs in Kambodscha auf Satellitenbildern zu erkennen. Die neue Methode erzielt eine Genauigkeit, die alle bisher verfügbaren Ansätze in diesem Bereich um 160 Prozent übersteigt. Ihre Erfinder hoffen, damit auch "Blindgänger" aufzuspüren, die noch nicht explodiert sind. Wie alte US-Militärakten zeigen, könnte das 44 bis 50 Prozent der abgeworfenen Bomben betreffen.

"Echte Gefahr für Bauern"

"Bis zum jetzigen Zeitpunkt sind alle Möglichkeiten, nicht explodierte Bomben und Landminen zu finden und sicher zu entfernen, eher eingeschränkt und für Situationen wie hier in Kambodscha einfach nicht effektiv genug", so Erin Lin, Assistenzprofessorin für Politikwissenschaften an der OSU. Ein grundlegendes Problem habe man bei der Minenräumung schon deshalb, weil man meistens gar nicht genau sagen kann, wo man suchen soll. "Oft wird in Gegenden gesucht, wo es gar nicht erforderlich wäre und nicht dort, wo es dringend notwendig ist. Unser Methode soll genau hier helfen", erklärt die Expertin.

Wie Lin aus alten, mittlerweile freigegebenen Dokumenten des US-Militärs entnehmen konnte, wurden im Untersuchungsgebiet in Kambodscha, das sie für ihr Projekt ausgewählt hat, insgesamt 3.205 Bomben abgeworfen. Rechnet man die Berichte aller bisherigen Minenräumungen vor Ort mit ein, ergibt sich für die Zahl noch nicht explodierter Sprengkörper in der Region ein Schätzwert zwischen 1.405 und 1.618 Stück. "Ein Großteil des Landes, auf dem diese Bomben liegen, ist Ackerland. Das ist eine echte und nicht nur eine hypothetische Gefahr für die lokalen Bauern", sagt Lin.

Training mit Mondkratern

Um ihre neue Methode zu entwickeln, griff die Forscherin mit ihrem Team auf einen zweistufigen Prozess zurück. Zuerst ließen sie einen speziellen Algorithmus nach Kratern auf dem Mond suchen. Dieser wurde dann in einem zweiten Schritt so adaptiert, dass er auch kleinere Einschlaglöcher, die im Laufe der Zeit von Gras und Sträuchern überwachsen wurden und somit schwerer auffindbar sind, aufspüren kann.

Nachdem die KI ihr Training absolviert hatte, konnte sie im Untersuchungsgebiet 157 von 177 Bombenkrater entdecken - das entspricht einer Trefferquote von 89 Prozent. "Die von uns vorgeschlagene Methode ist damit viel genauer als bisher gängige Verfahren. Die Minenräumung ist teuer und zeitaufwendig. Mit unserem Ansatz lassen sich jene Gebiete identifizieren, in denen man damit zuerst anfangen sollte", meint Lin.

Quelle: www.pressetext.com/Markus Steiner

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