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Ein rätselhafter Knabe, krank und schwach

Archivmeldung vom 12.05.2005

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 12.05.2005 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Michael Dahlke
Tutanchamun
Tutanchamun

Tutanchamun: Sein Gesicht hat man jetzt rekonstruiert. Aber was weiß man sonst über den Pharao, mit dem eine Dynastie ausstarb? Ein Bericht von: abendblatt.de

Aus dem Inhalt:

Seine Grabkammer galt bei der Öffnung vor 83 Jahren als achtes Weltwunder, ihre Schätze ziehen jedes Jahr Millionen Schaulustige an: Rund 5000 Einzelstücke um einen Sarg aus 225 Kilogramm Gold, fünf Meter lang, 3,30 Meter breit, 2,75 Meter hoch - nach dem Urteil seines Entdeckers Howard Carter "die größte vergoldete Fläche, die es auf Erden gibt". Der junge Mann aber, dessen Mumie sich unter dem Gold fand, war unscheinbar, unansehnlich und unbedeutend: ein kümmerlicher Krüppel mit Eierkopf, überlangem Kinn und vorstehenden Zähnen, unselbständig, willensschwach und dauernd krank. "Das einzig Bemerkenswerte in seinem Leben", sagt Carter, "bestand darin, daß er starb und begraben wurde."

Bisher konnte die Ägyptologie von Tutanchamun kaum mehr als Geburts- und Todesjahr (1357/1338 v. Chr.) einigermaßen schlüssig nachweisen. Doch so karg die gesicherten Daten, so vielfältig die Thesen, Rekonstruktionen und Spekulationen. Jetzt veröffentlichte die Altertumsverwaltung in Kairo das erste, von einem Computer rekonstruierte Bild des rätselhaften Jünglings unter der goldenen Maske. Jüngste Forschungsergebnisse liefern dazu eine verblüffend detaillierte Biographie.

Tutanchamuns schlechte Gesundheit ist wohl Folge inzestuöser Gewohnheiten - zu seiner Zeit betrachten die Pharaonen Ehen mit Schwestern oder Töchtern nicht als strafbar, sondern geradezu als dynastische Pflicht zur Reinhaltung des vermeintlich göttlichen Blutes.

Vieles deutet darauf hin, daß er ermordet wurde. Mit ihm stirbt die Dynastie in männlicher Linie aus. Seine Nachfolger werden erst der alte Priester Eje, der kurzerhand Tutanchamons junge Witwe heiratet, und vier Jahre später der tüchtige General Haremhab kraft Hochzeit mit Nofretetes Schwester. Der General ist es auch, der alle Erinnerungen an seine Vorgänger tilgen läßt - und damit auch jede Möglichkeit, etwas mehr über Tutanchamuns Taten zu erfahren.

So bleibt der junge Tote mit der goldenen Maske ein ewiges Rätsel - passendes Sinnbild für eine großartige, uns bis heute fremdgebliebene und vielleicht gerade deshalb so faszinierende Kultur.

Quelle: http://www.abendblatt.de/daten/2005/05/12/432146.html

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