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Cashewschalen werden Sonnenschutz

Archivmeldung vom 20.08.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.08.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Herbert Walter Krick, pixelio.de
Bild: Herbert Walter Krick, pixelio.de

Aus Cashewnuss-Schalen, die normalerweise verbrannt würden, lässt sich wirksamer Sonnenschutz für die Haut gewinnen. Das haben Chemiker der südafrikanischen University of the Witwatersrand gemeinsam mit Kollegen aus Deutschland und Tansania gezeigt. Sie konnten aus den Nusschalen Wirkstoffe herstellten, die ultraviolette Strahlen der Sonne abweisen. Diese können Menschen eben vor Sonnenbrand schützen oder als Anti-Bleichmittel dienen - damit Oberflächen, die dem Tageslicht ausgesetzt sind, nicht mit der Zeit ihre Farbe verlieren.

Xylochemie für eine bessere Umwelt

Nahezu alle Materialien reagieren empfindlich auf UV-Strahlen, ob mit Sonnenbrand oder Ausbleichen. Um das zu verhindern, werden bislang oft erdölbasierte organische Präparate genutzt, also chemische Verbindungen, die Kohlenstoff enthalten. Da Nussschalen auch Kohlenstoff enthalten, eignen sie sich ebenfalls als Ausgangsmaterial für Präparate, die vor ultravioletten Strahlen schützen - und im Gegensatz zu aus fossilen Rohstoffen gewonnen Mitteln biologisch abbaubar sind, also nicht die Umwelt belasten.

Xylochemie nennt sich die Chemie, die allgemein auf Holz basiert. Die Südafrikaner und ihre Kollegen wandelten Anacardsäure, die in den Cashewschalen enthalten ist, durch Zufuhr von Wärme in Cardanol um. Diese organische Chemikalie wiederum wandelten sie in UV-abweisende Wirkstoffe wie Flavone und Triazine um, die sich dann als Ersatz für fossilbasierte Präparate für den Sonnenschutz einsetzen lassen.

Welternte beträgt fast vier Millionen Tonnen

"Die Nutzung von Abfällen aus der Cashewkern-Produktion kann zu völlig neuen umweltverträglichen Produkten führen", meint Charles de Koning, Chemikerprofessor an der südafrikanischen Universität, der den UV-Schutz gemeinsam mit seinem Fachkollegen Till Opatz von der Johannes-Gutenberg-Universität http://www.uni-mainz.de entwickelt hat.

Anacardsäure wird bereits als Härterkomponente für Epoxidharz genutzt, das Schiffslacke besonders widerstandsfähig macht. Der größte Teil der Nussschalen wird allerdings immer noch entsorgt, vor allem in Tansania, das bei der Produktionsmenge weltweit auf Platz fünf liegt. Hier werden rund 165.000 Tonnen pro Jahr geerntet, genug also, um Produkte in großen Mengen aus den Schalen herzustellen. Global sind es fast vier Mio. Tonnen, genug also, um Produkte in großen Mengen aus den Schalen herzustellen.

Quelle: www.pressetext.com/Wolfgang Kempkens

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Bild: Erwin Lorenzen / pixelio.de
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