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Gehirne von Couch-Potatoes deutlich träger

Archivmeldung vom 05.12.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.12.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: pixelio.de, Günther Gumhold
Bild: pixelio.de, Günther Gumhold

Wenig körperliche Aktivität und viel Fernsehen im späteren Leben haben einen deutlichen Einfluss auf die geistige Leistungsfähigkeit. Zu diesem Schluss kommen Forscher des Northern California Institute for Research and Education. Die US-Wissenschaftler begleiteten die Teilnehmer ihrer Studie 25 Jahre lang und zeichneten deren Fernsehkonsum sowie die sportlichen Aktivitäten auf.

Die Wissenschaftler werteten die Daten von 3.247 Erwachsenen aus, die in fünf US-Städten lebten. Sie waren Teilnehmer der Studie Coronary Artery Risk Development in Young Adults. Zwischen 1985 und 2001 wurden alle zwei bis fünf Jahre Fragebögen zu TV-Konsum und sportlichen Aktivitäten ausgefüllt. Am Ende der 25 Jahre absolvierte jeder Teilnehmer drei Tests zu kognitiven Fähigkeiten.

Beim sogenannten "Digit Symbol Substitution Test" (DSST) und beim "Stroop Test" geht es um Prozesse wie Gedächtnis, Argumentationsfähigkeit, Flexibilität bei Aufgaben, Problemlösung und Planen. Der "Rey Auditory Verbal Learning Test" (RAVLT) beurteilt das sprachliche Erinnerungsvermögen. Jene Teilnehmer, die körperlich weniger aktiv waren und mehr Zeit vor dem Fernseher verbrachten, schnitten beim DSST und dem Stroop Test am schlechtesten ab. Das galt jedoch nicht für den dritten Test.

Kognitive Funktionen nehmen ab

Laut den Studienautoren stehen wenig Bewegung und viel Fernsehen während des frühen bis mittleren Erwachsenenalters mit einer schlechteren kognitiven Leistung in der Lebensmitte in Zusammenhang. Die Teilnehmer, die am wenigsten Sport betrieben und am meisten fernsahen, waren am stärksten betroffen. Die Forschungsergebnisse wurden im Fachmagazin "JAMA Psychiatry" veröffentlicht.

Die Wissenschaftler sind sich aber der Grenze ihrer Studie bewusst. Sie räumen ein, dass es aufgrund der langen Laufzeit der Studie auch zu Verzerrungen hinsichtlich der Teilnehmer gekommen ist, weil nicht alle bis zum Ende dabei gewesen sind. Der Einsatz von Fragebögen bringt bei der Datensammlung ebenfalls Einschränkungen mit sich.

Zusätzlich wurden durch die Tests nicht alle Bereiche der kognitiven Funktionen untersucht. Die Wissenschaftler fordern vor diesem Hintergrund jedoch auch mehr Forschung, da sich der Lebensstil der Menschen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert hat. Auch bei der Arbeit verbringen die Menschen immer mehr Zeit sitzend und vor einem Bildschirm.

Quelle: www.pressetext.com/Michaela Monschein

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