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Kölner Dom wird eingescannt: Hochschule Fresenius startet 3D-Projekt

Archivmeldung vom 04.05.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.05.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: "obs/Hochschule Fresenius für Wirtschaft und Medien GmbH"
Bild: "obs/Hochschule Fresenius für Wirtschaft und Medien GmbH"

Kölner Studierende des Studiengangs 3D-Mind & Media der Hochschule Fresenius beginnen heute mit den Scanarbeiten des Kölner Doms unter der technischen Leitung der School of Energy, Geoscience, Infrastructure und Society der Heriot-Watt University, Edinburgh. Das Projekt wird unterstützt von der Stadt Köln und der Dombauhütte.

Naturkatastrophen und zivilisatorische Einflüsse bedrohen zunehmend das Weltkulturerbe. Wie kann man die bedeutendsten Monumente auf der Erde für die Nachwelt digital erhalten? Der amerikanische Ingenieur Ben Kacyra entwickelte in den neunziger Jahren einen tragbaren und hochauflösenden Laserscanner für die exakte 3D-Vermessung. 2003 gründete er die gemeinnützige Organisation CyArk, mit dem Ziel, 500 stark gefährdete Kulturstätten weltweit zu erfassen. 50 sind bereits digitalisiert. Darunter die vier Jahrtausende alte Stadt Babylon im Irak, die in den Mount Rushmore gehauenen Porträts von vier US-Präsidentenköpfen und die fast 900 Jahre alte Regensburger Donaubrücke.

Die Arbeiten von Ben Kacyra inspirierten Chris Wickenden, Studiengangsleiter des Studiengangs 3D-Mind & Media an der Hochschule Fresenius in Köln. Warum sollte nicht auch der Kölner Dom für die Nachwelt digital festgehalten werden? Schließlich gehört er neben anderen namhaften Monumenten zum UNESCO Weltkulturerbe. Gemeinsam mit dem kanadischen Kollegen der Heriot-Watt University Douglas Pritchard setzte Chris Wickenden seine Idee in die Tat um und konzipierte daraus ein einmaliges Studienprojekt. Mithilfe modernster 3D-Technologie starten heute acht 3D-Mind & Media-Studierende der Hochschule Fresenius mit den Scanarbeiten des kompletten Innenraums sowie der Außenfassade der größten Kirche Deutschlands. Weitere sechs Studierende dokumentieren den wissenschaftlichen Verlauf. Am Ende des 3D-Projekts wird der Kölner Dom erstmals vollständig und präzise in 3D abbildbar sein.

Douglas Pritchard, Dozent an der Heriot-Watt University sagt: "Die unglaubliche Größe und architektonische Komplexität des Kölner Doms sind eine große Herausforderung. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir die richtige Technologie und Expertise mitbringen, um ein einmaliges, maßgenaues 3D-Bild des Gebäudes zu entwickeln. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit unseren Partnern."

Chris Wickenden ist begeistert von der Umsetzung des Projekts: "Mit diesem spannenden Thema bieten wir unseren Studierenden die einmalige Gelegenheit, ein so geschichtsträchtiges Monument wie den Kölner Dom einzuscannen und mit einem der bekanntesten Vermessungsspezialisten zusammenzuarbeiten. Wir sind sehr gespannt auf das Ergebnis."

In dem sechssemestrigen Bachelorstudiengang "3D-Mind & Media" lernen die Studierenden dreidimensionales Denken und Gestalten. Visionen, Prozesse und Lösungen werden einerseits mit der neuesten 3D-Technologie, andererseits aber auch in surrealen Denkanstößen beleuchtet und kreiert.

Quelle: Hochschule Fresenius für Wirtschaft und Medien GmbH (ots)

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