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Alkohol: Persönlichkeit bleibt doch relativ gleich

Archivmeldung vom 16.05.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.05.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: pixelio.de/A. Reinkober
Bild: pixelio.de/A. Reinkober

Laut Forschern des Missouri Institute of Mental Health verändert sich die Persönlichkeit unter Alkoholeinfluss weniger stark als angenommen. Das Team um Rachel Winograd zeigt sich von diesen Wahrnehmungsunterschieden überrascht. "Die Teilnehmer erlebten sich in allen Bereichen des 5-Faktorenmodells der Persönlichkeit anders. Jedoch wurde nur die Extraversion als Unterschied zwischen betrunkenen und nüchternen Personen wahrgenommen."

Den Wissenschaftlern nach ist der Befund auf bestimmte Unterschiede des Standpunkts zurückzuführen: "Die Teilnehmer und die Beobachter waren genau und ungenau. Die Beobachter berichteten zuverlässig, was für sie wahrnehmbar war und die Teilnehmer erzählten von inneren Veränderungen, die für sie real waren, aber für andere nicht wahrnehmbar."

In früheren Studien der Forscherin haben die Teilnehmer bereits angegeben, dass ihre Persönlichkeit sich verändert, wenn sie trinken. Experimentelle Belege für diese umfassende Veränderung fehlten bisher jedoch. Daher luden die Forscher 156 Teilnehmer zu Experimenten ins Labor ein, wo der Alkoholkonsum genau abgestimmt werden und das individuelle Verhalten genau beobachtet werden konnte.

Zuvor beantworteten diese Personen noch einen Fragebogen zu ihrem normalen Alkoholkonsum und ihrer Persönlichkeit, wenn sie nüchtern oder betrunken sind. In einem nächsten Schritt kamen die Teilnehmer in Freundesgruppen von drei oder vier Personen ins Labor. Ein Alkoholtest wurde durchgeführt sowie Größe und Gewicht festgestellt. Innerhalb von rund 15 Minuten trank jeder der Teilenehmer entweder Sprite oder Cocktails mit Sprite und Wodka, die einen Blutalkohol von rund 0,9 Promille hervorrufen sollten.

Experimente in Bars als Ziel

Nach einer Wartezeit von 15 Minuten absolvierten die Freunde eine Reihe von Gruppenaktivitäten wie ein Gesprächsfragebogen oder ein Logikrätsel, die darauf abzielten eine Reihe von Persönlichkeitseigenschaften und Verhalten hervorzurufen. Persönlichkeitstests wurden zweimal während des Experiments durchgeführt. Die Beobachter benutzten Videoaufzeichnungen, um standardisierte Beurteilungen der jeweiligen Persönlichkeitseigenschaften abzugeben.

Wie erwartet, berichteten die Teilnehmer von Veränderungen bei allen fünf Persönlichkeitsfaktoren. Nach dem Trinken von Alkohol war die Gewissenhaftigkeit geringer, zudem gab es weniger Offenheit für Erfahrungen und Verträglichkeit. Höhere Werte erhielten Extraversion und emotionale Stabilität. Die Beobachter nahmen weniger Veränderungen der Persönlichkeitseigenschaften wahr. Sie konnten wirkliche Unterschiede nur bei der Extraversion feststellen.

Teilnehmer, die Alkohol zu sich genommen hatten, wurden in drei Bereichen der Extraversion stärker beurteilt: Geselligkeit, Durchsetzungsfähigkeit und Aktivität. Die Forscher räumen ein, dass es Sinn macht, dass diese Unterschiede allgemein festgestellt wurden. Andere Einflüsse könnten ebenfalls eine Rolle gespielt haben, wie die Erwartungen der Teilnehmer in Hinblick auf ihr Verhalten, wenn sie getrunken haben. Weitere Experimente an Orten, wo die Menschen normalerweise trinken, also in Bars, bei Partys und zu Hause, sind angedacht.

Quelle: www.pressetext.com/Moritz Bergmann

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