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Rote Kleidung bringt mehr Trinkgeld

Archivmeldung vom 07.08.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 07.08.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Kellnerinnen in Rot: beste Aussicht auf Trinkgeld.Bild: Flickr/Benson
Kellnerinnen in Rot: beste Aussicht auf Trinkgeld.Bild: Flickr/Benson

Finanziell lohnt es sich für Kellnerinnen, in rote Kleidung zu schlüpfen: Männliche Gäste werden dadurch großzügiger bei der Bemessung des Trinkgeldes, behaupten französische Forscher im "Journal of Hospitality and Tourism Research". "Männliche Gäste geben grundsätzlich mehr Trinkgeld als weibliche. Darüber hinaus sind sie bei einer Bedienung in Rot von 14 bis 26 Prozent spendabler als bei anderen Farben", berichten die Studienautoren Nicolas Gueguen und Celine Jacob von der Université de Bretagne-Sud.

Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher durch ein Experiment. Elf Kellnerinnen in fünf Restaurants wurden gebeten, sechs Wochen lang während der Arbeit T-Shirts in Schwarz, Weiß, Rot, Blau, Grün und Gelb zu tragen. An jedem Wochentag war eine andere Farbe an der Reihe. Den Gästen gegenüber sollten sie sich verhalten wie immer und jedes Mal dokumentieren, wie viel Trinkgeld sie bekommen hatten. Tatsächlich gaben Männer an den "roten Tagen" mehr, während bei weiblichen Gästen keine Farbwirkung festzustellen war.

Frauen nutzen Effekt aktiv

"Rot ist nicht nur sexy, sondern signalisiert auch Nähe. Was nahe ist, gefällt", erklärt der Farbforscher Axel Venn im pressetext-Interview. Aufgrund der positiven Signalwirkung und des männlichen Adrinalinausstoßes als Folge könne man Kellnerinnen rote Kleidung oder ein rotes Halstuch tatsächlich empfehlen - wobei eine allgemeine Verwendung allerdings inflationär wirken würde. "Körper- und Gesichtsform oder Alter spielen dabei keine Rolle, nicht einmal direktes Ansehen", betont Venn.

Dass Frauen nicht in dieser Form auf Rot reagieren, hält der Experte für gut nachvollziehbar. "Frauen sind anders gepolt und lassen sich nicht erobern, sondern erobern selbst. Gut möglich, dass sie einer rot gekleideten Kellnerin sogar weniger Trinkgeld geben als sonst." Im Gegensatz zu Männern nutzen Frauen Farben weitaus aktiver, wie ein Blick auf Kosmetikprodukte schnell belegt. Ein Indiz dafür sei auch, dass nur 0,4 Prozent der Frauen farbenblind sind - bei Männern jedoch acht Prozent.

Studie online unter http://bit.ly/NNnfJU abrufbar

Quelle: www.pressetext.com/Johannes Pernsteiner

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