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Australien: Laserwaffen gegen Weltraumschrott

Archivmeldung vom 12.03.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 12.03.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Müll im Orbit: Laser versprechen Abhilfe. Bild: EOS Space Systems
Müll im Orbit: Laser versprechen Abhilfe. Bild: EOS Space Systems

Da Unmengen an Weltraumschrott in der Erdumlaufbahn die Raumfahrt gefährden, wollen australische Forscher mit Laserbeschuss gegen den Müll vorgehen. Zunächst wird das neue Forschungszentrum Laser nutzen, um kleine Schrottteile aufspüren, berichtet The Independent. Doch schon innerhalb von zehn Jahren kann es möglich werden, Schrottteile mittels Laser zu zerstören, so Matthew Colless, Leiter der Research School of Astronomy and Astrophysics an der Australian National University.

"Ich halte für möglich, in diesem Zeitraum die entsprechende Technologie zu entwickeln", meint Wolfgang Riede, Leiter der Abteilung aktive optische Systeme am Institut für Technische Physik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), gegenüber pressetext. Ein wirklich einsatzbereites System hält der Fachmann, dessen Stuttgarter Team ebenfalls an der Weltraumschrott-Bekämpfung mittels Laser arbeitet, jedoch nicht für so schnell realisierbar. Dabei werden wirksame Maßnahmen gegen den Weltraummüll immer wichtiger.

Weltraum-Müllberge

"Es gibt hunderttausende Teile Weltraummüll in der Umlaufbahn, die groß genug sind, Satelliten oder Raumstationen ernsthaft zu beschädigen", sagt Colless. Das umfasst alte Raketenstufen und ausgediente Satelliten ebenso wie kleinere Bruchstücke oder von Astronauten verlorene Werkzeuge. Schon etwas ältere Simulationen der TU Braunschweig deuten darauf hin, dass es etwa 750.000 Trümmer gibt, die größer als ein Zentimeter sind - und das Problem wird laufend schlimmer. "Die Zahl der Objekte steigt um etwa fünf Prozent pro Jahr", weiß Riede. Dementsprechend ist es höchste Zeit für Gegenmaßnahmen.

In den USA gibt es beispielsweise den Ansatz, die Position kleiner Teile mittels Nanosatelliten zu verfolgen. Das neue australische Forschungszentrum setzt ähnlich wie das DLR auf Lasertechnik, um zunächst mehr Weltraummüll genauer zu erfassen. Denn schon das kann helfen, das Kollisionsrisiko für neu gestartete Satelliten und andere Raumfahrzeuge zu minimieren. Langfristig streben die Australier aber eine wirkliche Müllbeseitigung an. Sie wollen Schrottteile so mit Lasern beschießen, dass sie in die Erdatmosphäre stürzen und dort verglühen.

Kampf dem Schrott

Riedes Team am DLR verfolgt ebenfalls das Fernziel, Weltraumschrott mittels Laser zum Absturz zu bringen. Er bezweifelt, dass das innerhalb von nur zehn Jahren in der Praxis gelingen kann. "Eine Laserstrahl muss eine gewisse Energiedichte erreichen, um den gewünschten Effekt zu haben", betont der Experte. Das DLR setzt dabei auf sogenannte Scheibenlaser, bei deren Entwicklung deutsche Unternehmen laut Riede international führend sind. Dennoch geht er davon aus, dass für ein einsatzfähiges Anti-Weltraumschrott-System noch hunderte Millionen Euro an Forschungsgeldern fließen müssen.

Von solchen Summen ist auch das australische Projekt noch weit entfernt, bislang stehen knapp 60 Mio. Euro zur Verfügung. Die Wichtigkeit solcher Bemühungen unterstreicht dabei, dass die Australier internationale Partner wie das japanische National Institute of Information and Communications Technology sowie das NASA Ames Research Center haben.

Quelle: www.pressetext.com/Thomas Pichler

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