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Fledermaus-Biosonar verbessert Radartechnik

Archivmeldung vom 09.01.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.01.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Fledermaus: Sie dient als Vorbild für neue Technik. Bild: Chritha, pixelio.de
Fledermaus: Sie dient als Vorbild für neue Technik. Bild: Chritha, pixelio.de

Moderne Radartechnik lässt sich mithilfe neuer Erkenntnisse zum Orientierungsvermögen von Fledermäusen entscheidend verbessern. Zu diesem Schluss kommen Mitarbeiter des Dipartimento di Ingegneria dell' Informazione an der Università di Trento. So weist das Biosonar der Tiere viele Gemeinsamkeiten zur bestehenden Radartechnik auf.

Orientierung per Ultraschall

Fledermäuse erzeugen für das menschliche Gehör nicht wahrnehmbare Ultraschalllaute. Die Säugetiere orientieren sich an den dadurch erzeugten Echos. Mit ihrer Hilfe können sie die Entfernung zu in der Umgebung befindlichen Objekten ermitteln. "Ermöglicht wird dies durch die leicht versetzte Stelllung der Ohren, mit denen die empfangenen Echos in zwei verschiedenen Frequenzbereichen mit unterschiedlicher Intensität und Verzögerung wahrgenommen werden", erklärt Projektleiter Lorenzo Bruzzone. Dadurch seien sie nicht nur in der Lage, den räumlichen Abstand, sondern auch die Art und Größe anderer Tiere zu erkennen.

Die Vorteile dieser doppelten Echo-Ortung können zur Verbesserung der herkömmlichen Radartechnik beitragen. Dies gilt vor allem für geophysikalische Studien zur Erforschung von solaren Himmelskörpern, bei denen künftig genau zwischen von der Oberfläche und den Unterschichten stammenden Signalen unterschieden werden kann. "Mithilfe dieser innovativen Art der Datenverarbeitung und ihrer Einbringung in ein spezielles Rechenmodell, kann auch bereits verfügbares Radar-Datenmaterial effizienter ausgewertet werden", so der Forscher.

Tauglichkeitsprüfung erfolgreich

Eine erste Tauglichkeitsprüfung haben die italienischen Forscher anhand einer aus der Beobachtung des Erdplaneten Mars gewonnenen Datensammlung durchgeführt. Dabei hat sich gezeigt, dass die von den Planetologen durch langwierige Kartenanalysen erarbeiteten Ergebnisse durch das innovative Modell auf schnelle und einfache Weise bestätigt wurden.

"Damit können wir Leitlinien zur Entwicklung neuer Radarsysteme erarbeiten, die weitaus genauere und inhaltsreichere Informationen als bisher möglich liefern", sagt Bruzzones wissenschaftlicher Mitarbeiter Leonardo Carrer. Einzelheiten der Studie sind in der Fachzeitschrift "Nature Communications" unter dem Titel "Solving for Ambiguities in Radar Geophysical Exploration of Planetary Bodies by Mimicking Bats Echolocation" veröffentlicht.

Quelle: www.pressetext.com/Harald Jung

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