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Schlechte Luft heißt mehr Gewaltverbrechen

Archivmeldung vom 08.10.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.10.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Emissionen: mehr Gewaltdelikte nachgewiesen.
Emissionen: mehr Gewaltdelikte nachgewiesen.

Bild: Michael Bührke, pixelio.de

Luftverschmutzung macht aggressiv und steigert die Gewaltkriminalität. Diesen überraschenden Zusammenhang haben Forscher der Colorado State University (CSU) herausgefunden. An der Studie waren Ökonomen, Atmosphärenwissenschaftler und Statistiker beteiligt. Ihr Fazit: Menschen, die kurzzeitig starker Luftverschmutzung ausgesetzt sind, neigen zu Gewaltausbrüchen.

Große Datenberge ausgewertet

Das CSU-Team unter der Leitung von Jesse Burkhardt hat drei detaillierte Datensätze ausgewertet: Die Kriminalstatistik der US-Bundespolizei FBI, die Luftqualität in den Jahren 2006 bis 2013, die die US-Umweltschutzagentur Environmental Protection Agency erfasst hat, und die Satellitenbilder von Waldbränden.

Die Forscher berücksichtigten Feinstaub mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometern, der leicht in die Lunge gelangt. Diese Partikel werden als P2,5 bezeichnet. Wenn sich in der Luft pro Kubikmeter zehn Mikrogramm P2,5 befinden, steigt die Zahl der Gewaltverbrechen um 1,4 Prozent. Auch Ozon lässt die Kriminalitätsrate steigen. Liegt der Wert bei 0,01 Teilchen pro eine Mio. Luftmoleküle, erhöht sich die Gewaltkriminalität um 1,15 Prozent.

Feinstaub macht krank und aggressiv

"Wenn Menschen belastete Luft einatmen, werden sie aggressiver", sagt Jude Bayham, Ökonom und Koautor der Studie. Das führe dazu, dass Auseinandersetzungen, die normalerweise nicht eskalieren, in Gewalt ausarten. Die Forscher berücksichtigten in ihrer Bewertung auch andere mögliche Auslöser für einen Anstieg der Kriminalitätsrate, wie zum Beispiel Wetter und allgemeine regionale Faktoren.

Das Team um Burkhardt nutzte zur Auswertung der Daten ein Tool, das die CSU-Epidemiologin Sheryl Magazmen schon früher eingesetzt hat, um die Folgen der Luftverschmutzung zu ergründen. Auf die Idee, einen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Kriminalität zu suchen, kam Burkhardt vor einigen Jahren, als die Region um Fort Collins von heftigen Waldbränden heimgesucht wurde. "Der Rauch war so schlimm, dass ich nach einigen Tagen total frustriert war. Ich wollte wissen, ob es da einen Zusammenhang gibt", so der Forscher.

Quelle: www.pressetext.com/Wolfgang Kempkens

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