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Verhaltensforschung: Muss Strafe sein?

Archivmeldung vom 23.04.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.04.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Dieter Schütz / pixelio.de
Bild: Dieter Schütz / pixelio.de

Könnten positive Anreize die Menschen eher als eine Bestrafung davon abhalten, kriminelle Handlungen zu begehen, wäre also ein Staat ohne Gefängnisse denkbar? Wie das Magazin GEO in seiner Mai-Ausgabe berichtet, hat sich ein Forscherteam um Tatsuya Sasaki am Internationalen Institut für praktische Systemanalysen in Luxemburg diese Frage gestellt. Und dabei herausgefunden, dass die Aufwendungen für ein erfolgreiches Bestrafungssystem durchweg geringer sind als für ein erfolgreiches Belohnungssystem.

Das Modell, das die Wissenschaftler dafür verwandten, fußt auf der sogenannten Spieltheorie. Mit ihm wurde das Verhalten von Akteuren abgeschätzt, die in einem Konfliktszenario stehen. Genauer: Es wurde getestet, unter welchen Bedingungen Menschen für einen gemeinsamen Profit mit anderen zusammenarbeiten. Und wann sie eher zum Betrügen neigen, um damit Gewinn auf Kosten der Allgemeinheit zu erzielen.

Das Ergebnis des Versuchs war eindeutig: Ohne drohende Bestrafung nahm der Egoismus überhand, woran auch bezahlbare positive Anreize wenig änderten. Die Forscher fanden aber auch, dass Strafen bereits in relativ geringer Dosierung wirken: Um das gleiche Resultat wie durch hohe Belohnungen zu erreichen, muss eine Strafe nicht drakonisch sein.

Quelle: Gruner+Jahr, GEO (ots)

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