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Ständiger Online-Austausch hemmt Problemlösung

Archivmeldung vom 17.08.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.08.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Austausch: Weniger ist mehr.
Austausch: Weniger ist mehr.

Bild: Stephanie Hofschlaeger, pixelio.de

Eine neue Studie der Harvard Business School legt nahe, dass ein ständiger Online-Austausch und Kollaborations-Tools für das Lösen komplexer Probleme eher nachteilig sind. Stattdessen stellten die Forschenden fest, dass ein intermittierendes Konzept Abhilfe schaffen und die Effizienz steigern kann.

Interaktion in Maßen

In der Studie stellten die Forscher die Ergebnisse einer Reihe von Drei-Personen-Gruppen zusammen, die eine komplexe Problemstellung lösen mussten. Die Mitglieder einer der Gruppen durften nie miteinander interagieren und lösten das Problem in völliger Isolation. Mitglieder einer anderen Gruppe tauschten sich ständig miteinander aus, ähnlich wie bei der alltäglichen Nutzung von Technologie. Die dritte Gruppe interagierte nur intermittierend. Das Ergebnis fiel den Forschern zufolge auf den ersten Blick genauso aus wie erwartet.

Die Gruppen, in denen die Mitglieder nie miteinander interagierten, waren insgesamt die kreativsten und hatten die größte Anzahl einzigartiger Lösungen (darunter einige der besten, aber auch einige der schlechtesten). Die Lösungen stellen zudem ein hohes Maß an Variation dar. Trotz der guten Einzellösungen erreichte die Gruppe als Gesamtes nur eine niedrige durchschnittliche Lösungsqualität. Die Gruppen, die ständig interagierten, erzeugten eine höhere durchschnittliche Lösungsqualität, sie fanden jedoch oftmals nicht die besten Lösungen. Diese Gruppen waren laut Wissenschaftlern insgesamt weniger variabel und insgesamt eher mittelmäßig einzustufen.

Kollaborations-Tools beschränken

Die Resultate der intermittierenden Gruppen überraschte das Forscherteam hingegen, denn sie verbanden gleichsam das beste beider Ansätze. Obwohl die Gruppen nur intermittierend interagierten, hatten sie eine durchschnittliche Qualität der Lösung, die fast identisch mit den Gruppen war, die ständig in Interaktion standen. Trotzdem bewahrten sie auch genügend Variation, um einige der besten Lösungen zu finden.

Die Studienautoren sehen anhand dieser Ergebnisse eine Reihe von positiven Möglichkeiten für die Effizienz am Arbeitsplatz oder auch in Schulen. Im gleichen Zuge warnen sie jedoch auch vor den immer zugänglichen Technologien, einschließlich ständiger digitaler Kollaborations-Tools am Arbeitsplatz. Diese sollten Menschen nicht davon abhalten, ihre beste kollektive Leistung bei der Lösung komplexer Probleme zu erreichen. Ein intermittierendes Konzept könnte für einen dauerhaften Anstieg der Effizienz sorgen.

Quelle: www.pressetext.com/Sabrina Manzey

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