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Erdbeben zehn Sekunden früher erkennbar

Archivmeldung vom 12.03.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 12.03.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Hochempfindliches Messsystem für das Schwerefeld.
Hochempfindliches Messsystem für das Schwerefeld.

Bild: Masaki Ando

Forscher der University of Tokyo haben ihre Prognosesysteme verbessert, um Erdbeben zehn Sekunden früher vorherzusagen. Sie haben entdeckt, dass die Schwerebeschleunigung an einem bestimmten Ort, also das Gewicht eines genormten Gegenstandes, Hinweise auf ein Beben gibt. Shingo Watada, Assistenzprofessor am Erdbebenforschungsinstitut der Hochschule, fand einen Konnex zwischen winzigen Veränderungen der Schwerebeschleunigung im Vorfeld eines Bebens.

Schwerefeld entscheidend

Watada kam auf die Idee, einen solchen Konnex herzustellen, als er ein Papier des Römer Istituto Nazionale di Fisica Nucleare, gelesen hatte. Die italienischen Kollegen vermuteten einen Zusammenhang zwischen Veränderungen des Schwerefeldes und Erdbeben. Bewiesen war damit aber noch nichts. "Wenn wir genügend seismische und gravimetrische Daten von einer Region haben, die später von einem Erdbeben heimgesucht wird, können wir einen Zusammenhang zwischen den Daten und der Gefahr eines Bebens herstellen", glaubt Wataba.

So könnte das Prognosemodell funktionieren. Wenn tief im Untergrund tektonische Platten aneinanderreiben, entstehen seismische Wellen, die sich mit einer Geschwindigkeit von sechs bis acht Kilometern pro Stunde ausbreiten. Sie transportieren Energie, die die Dichte des Gesteins verringern, durch das sie fließen. Diese beeinflusst das Schwerefeld am jeweiligen Ort. Weniger dichtes Material verursacht ein schwächeres Schwerefeld. Die Unterschiede sind allerdings extrem gering, aber dennoch messbar.

Gravimeter misst genauer

Japan betreibt auf dem Festland zwei hochempfindliche Gravimeter. Deren Daten haben Wataba und sein Doktorand Masaya Kimura genutzt, um in Kombination mit den Messergebnissen von unzähligen seismischen Stationen auf dem Festland und im Meer einen Zusammenhang zu finden mit Erkenntnissen über das Beben, das 2011 Japan erschütterte.

Künftig geht es noch genauer. Masaki Ando, Physikprofessor an der University of Tokyo, hat mit "Toba" ein noch empfindlicheres Gravimeter entwickelt. Es misst auch dann noch präzise, wenn es sich bewegt. Bei bisherigen Geräten wurden dadurch Ergebnisse verfälscht. Japan will jetzt ein Toba-Netzwerk aufbauen. Die Forscher glauben, dass sie bei einem Erdbeben, das in einer Entfernung von 100 Kilometern auftritt, zehn Sekunden gewinnen. Dieser Zeitgewinn würde reichen, um Gebäude zu evakuieren, in denen bei einem von Erdbeben ausgelösten Einsturz die meisten Menschen sterben.

Quelle: www.pressetext.com/Wolfgang Kempkens

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