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Multi-Mandate: Deutsche Aufsichtsräte cashen ab

Archivmeldung vom 21.04.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.04.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Multi-Mandate steigern Top-Gehälter. Bild: pixelio.de, RainerSturm
Multi-Mandate steigern Top-Gehälter. Bild: pixelio.de, RainerSturm

Einige Mitglieder der deutschen Wirtschaftselite kassieren mit Aufsichtsratsposten gleich bei mehreren Unternehmen Hunderttausende Euro im Jahr. Aktuellen Berechnungen des manager magazins zufolge haben einige Gutverdiener das Multi-Prinzip perfektioniert. So hat Manfred Schneider, Ex-Vorstandschef des Chemie- und Pharmariesen Bayer, als Aufsichtsratschef bei Bayer, Linde und RWE sowie als Aufsichtsrat bei Daimler und Tui 2009 rund 1,14 Mio. Euro kassiert.

"Über die Höhe der Gehälter lässt sich streiten. Viele Unternehmen führen hierbei vor allem das wettbewerbsbezogene Argument an, nur über gute Bezahlung hochqualifizierte Manager zu bekommen. Ob dem so ist, bleibt dahingestellt", sagt Christiane Hölz, Vergütungsexpertin bei der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz http://dsw-info.de, auf Nachfrage von pressetext. Der Fachfrau nach bedeutet die aktuelle Wirtschaftskrise aber mehr Arbeit für die Aufsichtsgremien. So seien Aufsichtsratschefs oft täglich mit dem Vorstand in Kontakt.

Angesprochen auf die Gefahr möglicher Interessenskonflikte durch Multi-Mandate verweist die Expertin auf klare gesetzliche Regelungen im Aktiengesetz. "In Paragraph 100, Absatz 1 heißt es dazu, dass einem Aufsichtsrat nicht angehört werden darf, wenn bereits eine Aufsichtsratsmitgliedschaft in zehn Handelsgesellschaften besteht, die gesetzlich einen Aufsichtsrat zu bilden haben", unterstreicht Hölz im Gespräch mit pressetext.

Jahresdurchschnittsgehalt 480.000 Euro

Die aktuellen Zahlen verdeutlichen, dass Schneider im vergangenen Jahr so viel wie kein anderer Aufsichtsrat von Unternehmen verdient hat, die im Dax, MDax und SDax vertreten sind. Der Manager ist mit der Besetzung von Multi-Mandaten jedoch nicht allein. Auf Platz zwei folgt mit 798.000 Euro der ehemalige ThyssenKrupp-Chef Gerhard Cromme. Neben der Tätigkeit als Aufsichtsratschef beim früheren Arbeitgeber und Siemens, gehört Cromme auch den Kontrollgremien der Allianz und des Mediengiganten Axel Springer an.

Nummer drei auf der Gehaltsliste ist Clemens Börsig, der als Aufsichtsratschef der Deutschen Bank engagiert ist. Da er zugleich Aufsichtsratsmitglied bei Linde, Bayer und Daimler ist, hat er 2009 rund 674.000 Euro bekommen. Weil das Gehalt des Commerzbank-Chefs Martin Blessing durch die Staatshilfen begrenzt ist, verdiente Klaus-Peter Müller als Aufsichtsratschef der Bank mit 565.000 Euro fast genauso viel wie er. Die erst in der am Freitag erscheinenden Mai-Ausgabe des Magazins veröffentlichten Daten zeigen, dass die 20 bestverdienenden deutschen Aufsichtsräte im Schnitt 480.000 Euro im Jahr verdienen.

Quelle: pressetext.deutschland Florian Fügemann

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