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Union Investment-Fondsmanager Andre Köttner lehnt Finanztransaktionssteuer ab

Archivmeldung vom 18.07.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.07.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Uwe Steinbrich / pixelio.de
Bild: Uwe Steinbrich / pixelio.de

Der Fondsmanager Andre Köttner von Union Investment lehnt die Einführung einer Finanztransaktionssteuer ab. "Ich halte nichts von einer solchen Abgabe", sagte Köttner im Interview mit dem Anlegermagazin 'Börse Online' (Ausgabe 30/2012, EVT 19. Juli). "Würde eine solche Steuer nur in einigen Euro-Staaten eingeführt werden, dann nimmt der Geldstrom eben den Weg über London, New York oder Hongkong", gab der Manager des Aktienfonds Uniglobal zu bedenken. "Und dann hätte man keinen Euro an Steuereinnahmen gewonnen, aber einen Markt zerstört."

Zugleich kritisierte Köttner die Schnelllebigkeit der Finanz-Branche. "Unsere Branche ist immer kurzatmiger geworden", stellte er fest. "Analysten lesen an der Körperhaltung des CEO die Unternehmensaussichten ab, gerechnet wird nur noch von Quartal zu Quartal - die Aktie wird gekauft und im Zweifelsfall sofort wieder abgestoßen", ereiferte sich der Fondsmanager. "Und wenn China in den vergangenen 20 Jahren um zehn Prozent pro Jahr zugelegt hat und dieses Wachstum dann auf einmal auf fünf Prozent sinkt, schreien alle nach einem Konjunkturpaket." Mit Aktionismus habe die Politik in vielen Ländern versucht, die Krise zu beenden. "Allerdings haben wir dadurch das Problem noch größer gemacht, da bisher die notwendige Bereinigung ausgeblieben ist."

Am schlechten Image der Finanz-Branche haben Köttner zufolge auch Vermögensverwalter ihren Anteil. Die Beratung orientiere sich oft nicht genügend an der finanziellen Situation sowie den Zielen und Bedürfnissen der Kunden. Auf der anderen Seite gebe es auch schwarze Schafe, die nur auf Provisionen und das schnelle Geld aus seien. "Das Image der gesamten Branche hat gelitten, es muss sich einiges ändern", forderte der Uniglobal-Manager gegenüber 'Börse Online'. Begünstigt würden die Fehlentwicklungen durch grundlegende Versäumnisse der Bildungspolitik. "Alles, was mit Finanzen oder Versicherungen zu tun hat, müssen sich Menschen selbst aneignen", kritisierte Köttner. An den Schulen finde dieser ganze Bereich nicht statt. "Das ist ein wichtiger Aspekt im Leben, aber man wird darauf nicht vorbereitet."

Quelle: Börse Online, G+J Wirtschaftsmedien (ots)

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