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Experten: Mindestlohn treibt Taxigewerbe in die Schwarzarbeit

Archivmeldung vom 03.11.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 03.11.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Dennis Witte
Bild: Andreas Morlok / pixelio.de
Bild: Andreas Morlok / pixelio.de

Der ab Januar geltende Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde wird dem Taxigewerbe bundesweit hart zusetzen: Unternehmensberater und Verbände gehen davon aus, dass die Branche nicht nur viele Stellen wird abbauen müssen, sondern dass ein großer Teil der Beschäftigten in die Schwarzarbeit abrutscht, weil sich die Firmen den Lohn nicht leisten können, berichtet die "Welt am Sonntag".

"Unter dem Vorzeichen des Mindestlohns werden sich besonders in den Großstädten die eher halbseidenen Unternehmen durchsetzen", sagte Thomas Krause, von der Unternehmensberatung Krause und Linne. "Die guten Betriebe dagegen werden schrumpfen. Wer ehrlich ist, muss Stellen streichen." Bundesweit sind rund 70.000 Taxis mit etwa 140.000 Fahrern im Einsatz, schätzt der Bundesverband. Der typische Taxifahrer verdient derzeit zwischen 6,50 und 7,50 Euro pro Stunde, schreibt die Zeitung.

Selbst höhere Preise für Taxifahrten dürften das Problem kaum lösen. "Mehr als 15 bis 17 Prozent gibt der Markt nicht her", analysiert Krause. Und das reiche nicht für 8,50 Euro Stundenlohn. Der Grund für das Dilemma sind nicht zuletzt die langen Standzeiten vieler Taxifahrer, in denen sie auf die nächsten Fahrgäste warten müssen. Die Folge: "Notfalls muss der Unternehmer aus eigener Tasche aufstocken, sonst können ihn die Fahrer auf die Erstattung der Differenz verklagen", warnte der Arbeitsrechtler Marc Hendrik Spielberger von der Kanzlei ReedSmith.

Die Firmen kämen damit schnell an den Rand des Ruins. Unternehmensberater Krause geht daher davon aus, dass viele Taxiunternehmer und Fahrer den Mindestlohn nur spielen werden. Die Fahrer würden wie bislang weiter nach Umsatz entlohnt, nur werde dieser dann auf 8,50 Euro Mindestlohn umgerechnet. Bislang ehrliche Taxi-Unternehmer würden damit in die Illegalität gedrängt, ihre Fahrer in die Schwarzarbeit. "Der Mindestlohn ist die Quadratur des Kreises - auch wenn die soziale Idee dahinter richtig ist", sagte Detlev Freutel, Berliner Taxiunternehmer und Chef des Taxi Verband! s Berlin Brandenburg (TVB).

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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