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Südwestmetall-Chef Jan Stefan Roell: "70 Prozent der Betriebe verschieben Tariferhöhung"

Archivmeldung vom 04.05.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.05.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Nach Angaben des Südwestmetall-Vorsitzenden Jan Stefan Roell wollen 70 Prozent der Unternehmen die im Mai anstehende zweite Stufe der Tariferhöhung verschieben - die meisten von ihnen bis zum Dezember.

"Nach meinem Kenntnisstand hat gut die Hälfte der 70 Prozent die Regelung schon im Kasten", sagte Roell im Interview der "Stuttgarter Zeitung". Etwa ein Drittel aller Betriebe werde die 2,1 Prozent somit pünktlich zum Mai auszahlen. Damit widersprach der Chef der Metallarbeitgeber in Baden-Württemberg der IG-Metall-Führung, nach deren Darstellung lediglich einzelne Betriebe beabsichtigen, die Lohnerhöhung um bis zu sieben Monate auszusetzen. Der Dachverband Gesamtmetall hatte bisher eine Verschiebungsquote von etwa 50 Prozent genannt. Roell erwartet zudem einen weiteren Schub durch die Krisenvereinbarung bei Daimler. Sparpakete wie bei dem krisengeschüttelten Automobilbauer hätten durchaus Einfluss. "Viele Unternehmen schauen, was die ganz Großen machen, sodass deren Regelungen salonfähig werden", sagte er.

Der Verbandschef nimmt an, dass die Kurzarbeit bis Ende des Jahres Entlassungswellen verhindern hilft. "Wenn wir dann keine Trendumkehr sehen mit steigenden Auftragseingängen und mehr Produktion für das nächste Jahr, kommt die Beschäftigungsbrücke Kurzarbeit an ihr Ende", sagte er. Dann werde Anfang nächsten Jahres der Arbeitsplatzabbau einsetzen. Allerdings gingen momentan viele Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie im Südwesten davon aus, dass sich die Situation im zweiten und dritten Quartal verbessert. Eine bundesweite Trendumkehr kann Roell allerdings noch nicht erkennen.

Eine klare Absage erteilte der Metallarbeitgeberchef Forderungen der Gewerkschaft sowie Plänen der Politik, angeschlagenen Industrieunternehmen mit Staatsgeldern aus der Krise zu helfen. "Ich bin vom Grundsatz dagegen, dass die Politik unsere betrieblichen Probleme löst, weshalb ich dringend von dem Versuch abrate, mit Rettungsschirmen in der Realwirtschaft vermeintlich Gutes zu tun", sagte Jan Stefan Roell der "Stuttgarter Zeitung". "Wir müssen den Strukturwandel selbst schaffen." Dies betreffe Unternehmen jeder Größe, betonte er mit Blick auf Heidelberger Druck, das eine Staatsbürgschaft in Höhe von 500 Millionen Euro anstrebt. Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) hatte angekündigt, dem Druckmaschinenhersteller bei dessen Bemühungen um staatliche Finanzhilfen zu unterstützen.

Quelle: Stuttgarter Zeitung

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