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Arbeitgeber: Flüchtlinge schneller in den Arbeitsmarkt integrieren

Archivmeldung vom 28.05.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.05.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Dieter Schütz / pixelio.de
Bild: Dieter Schütz / pixelio.de

Die Arbeitgeber sowie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) drängen in der Diskussion um die Integration von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt auf Gesetzesänderungen.

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch): "Wir wollen, dass sich Menschen, die voraussichtlich längere Zeit bei uns bleiben, ihren Lebensunterhalt zügig eigenständig sichern und den Sozialleistungsbezug beenden können." Dazu wäre es nach den Worten von Kramer "sinnvoll, Asylsuchenden spätestens ab dem sechsten Monat eine Beschäftigungsaufnahme ohne Vorrangprüfung zu erlauben. Geduldete sollten ab Erteilung der Duldung ohne Vorrangprüfung erwerbstätig sein dürfen." Mit der Prüfung wird bis zum 15. Aufenthaltsmonat eines Flüchtlings geprüft, ob es nicht auch einen gleichqualifizierten deutschen Bewerber für eine zu besetzende Stelle gibt.

Kramer forderte zudem bessere Ausbildungsmöglichkeiten. Viele junge Menschen, die als minderjährige Flüchtlinge nach Deutschland kommen, seien besonders motiviert, eine Ausbildung zu absolvieren. Gerade für sie dürfe das Asylverfahren keinen Lebensstillstand bedeuten. "Hier sollte der Gesetzgeber nachbessern: Für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge brauchen wir einen humanitären Ausbildungsaufenthalt, der ihnen den Abschluss einer dualen Ausbildung rechtssicher ermöglicht." Zudem muss nach Ansicht des Arbeitgeberpräsidenten sichergestellt werden, dass jugendliche Asylbewerber und Geduldete, die bereits eine Ausbildung begonnen haben, diese auch abschließen können. Das sei im beiderseitigen Interesse der Auszubildenden und der Arbeitgeber.

Auch der DIHK hat sich dafür ausgesprochen, Flüchtlingen, die länger bleiben, den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern. "Viele Flüchtlinge bringen Qualifikationen mit, die in deutschen Unternehmen gefragt sind", sagte Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch). Richtig sei aber auch, dass ein großer Teil von ihnen sich wegen geringer Qualifikationen und mangelnder Deutschkenntnisse schwertue. Nötig sei daher eine Strategie aus drei Kernelementen, die schnellere Asylverfahren, schnelleren Spracherwerb und die rasche Ermittlung der Qualifikationen der Migranten beinhalte. "Das verschafft den Betrieben die nötige Klarheit", sagte Dercks.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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