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Bitcoin verdoppelt Verlustrisiko in Corona-Zeiten

Archivmeldung vom 20.05.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.05.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Augen auf beim Bitcoin-Investment
Augen auf beim Bitcoin-Investment

Bild: pixabay.com, Icons8_team

Anleger, die ihrem Portfolio die Kryptowährung Bitcoin in Zeiten der Krise beimischen, da diese unabhängig von der Geldpolitik der Zentralbanken sei, erhöhen ihr Gesamtrisiko trotzdem, wie Modellrechnungen in einer Studie der Uni Hohenheim in Stuttgart zeigen. Der Bitcoin als Anlageklasse in einem diversifizierten Portfolio in der Corona-Krise ist demnach nicht wirklich ein "sicherer Hafen". Das Verlustrisiko beim Bitcoin steige überproportional, so die Forscher.

Richtiges Streuen wichtig

"Wer Rendite maximieren und Verluste minimieren will, kommt an einer breit gestreuten Kapital-Anlage nicht vorbei. An den Chancen der Blockchain-Technologie ändert der Befund natürlich nichts", so Forschungsleiterin Monika Gehde-Trapp. In ihrer Modellrechnung haben die Forscher fiktive Börsenportfolios mit unterschiedlichem Bitcoin-Anteil verglichen. "Am Beispiel des ersten Quartals 2020 kann man bereits sehen: Wer allein auf Bitcoins setzte, hatte ein doppelt so hohes Verlustrisiko wie andere Anleger mit einem DAX-Portfolio."

Auch Misch-Anlagen hätten sich mit steigendem Bitcoin-Anteil als zunehmend verlustträchtiger erwiesen: "Bei einem Bitcoin-Anteil von zehn Prozent im ansonsten reinen DAX-Portfolio stieg das Verlustmaß bereits um fünf Prozent. Bei einem Bitcoin-Anteil von 20 Prozent erhöhte es sich um weitere 15 Prozent", sagt Gehde-Trapp. Für die Analyse wurde das "Value at Risk"-Verfahren angewandt. Dabei wird ein Wertpapier immer nur einen Tag lang gehalten. Für ein reines DAX-Portfolio lag das Verlustrisiko in Q1 2020 bei sechs Prozent. Bei einer reinen Bitcoin-Geldanlage betrug es hingegen zwölf Prozent, halten die Wissenschaftler fest.

Senken von Risiken kalkulieren

Das Fazit der Experten: Wer Renditen erzielen will, müsse sein Geld investieren und setze sich damit immer auch den Risiken der jeweiligen Anlageklasse aus: "Aktienkurse können ebenso fallen wie Anleihen oder der Zins auf dem Sparbuch. Auch die Preise von Immobilien, Öl oder Agrarrohstoffen schwanken. Und selbst Bargeld ist nicht ohne Risiko, da infolge von Inflation die Kaufkraft eines 100-Euro-Scheins 2025 ein anderer ist als heute", erklärt Gehde-Trapp. Risiken ließen sich nicht vermeiden, allerdings schwanken Anlageklassen mit unterschiedlicher Intensität und in anderer zeitlicher Abfolge. "Das ist die Chance, denn ein diversifiziertes Portfolio, das unterschiedliche Anlagen mischt, senkt Risiken."

Quelle: www.pressetext.com/Florian Fügemann

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