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Rückläufige Innovationskraft des Mittelstands schwächt auch seine Digitalisierung

Archivmeldung vom 28.07.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.07.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: KfW-Bildarchiv / Rüdiger Nehmzow
Bild: KfW-Bildarchiv / Rüdiger Nehmzow

Die seit Jahren nachlassende Innovationskraft der mittelständischen Unternehmen in Deutschland wirkt sich auch nachteilig auf deren Digitalisierung aus. Eine im Auftrag von KfW Research durchgeführte Studie des Leibniz-Instituts für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat den Zusammenhang zwischen Innovationsaktivitäten und Digitalisierung aufgezeigt.

Danach weisen Unternehmen, die sowohl Digitalisierungs- als auch Innovationsvorhaben umsetzen, ein höheres Wachstum bei Umsatz und Beschäftigung auf als Unternehmen, die nur Digitalisierungsmaßnahmen, aber keine Innovationsaktivitäten durchführen. Die Studie macht deutlich, dass sich Digitalisierung und Innovation gegenseitig bedingen: Je innovationsaktiver Unternehmen sind, desto tiefgreifender und umfassender sind auch ihre Digitalisierungsmaßnahmen. Gleichzeitig stellen neue, digitale Technologien und digital vorliegende Daten für Unternehmen eine wichtige Basis für die Durchführung von Innovationsaktivitäten dar. Die Digitalisierung unterstützt die Unternehmen auf diese Weise dabei, Innovationen hervorzubringen. Unternehmen, die keine Innovationsaktivitäten betreiben, sondern nur Digitalisierungsmaßnahmen durchführen, sind demgegenüber kleiner und wachsen langsamer. Zudem beschränken sie sich oft auf einzelne, weniger anspruchsvolle Digitalisierungsschritte.

Die Chefvolkswirtin der KfW, Dr. Fritzi Köhler-Geib, sagt: "Innovation und Digitalisierung sind zwei Seiten derselben Medaille, wenn es um Wachstum und Beschäftigung geht. So sind digitale Technologien oft die Grundlage von Innovationen. Andererseits sind es gerade die innovativen Unternehmen, die die Digitalisierung voranbringen. Die Tatsache, dass immer weniger Mittelständler innovativ sind, bereitet deshalb Sorge, denn ohne eine breite Basis an mittelständischen Innovatoren werden sich auch die Fortschritte bei der Digitalisierung im Mittelstand verlangsamen.

Die Innovatorenquote im Mittelstand ist seit rund anderthalb Jahrzehnten rückläufig. Seit ihrem Höchststand im Zeitraum 2004-2006 ging der Anteil innovativer Mittelständler bis 2017-2019 um knapp die Hälfte zurück (-49 %), wie der KfW-Innovationsbericht Mittelstand zeigt.

Quelle: KfW (ots)

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