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Brüssel will Schattenbanken regulieren

Archivmeldung vom 04.09.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.09.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Michel Barnier Bild: State Department photo by Michael Gross
Michel Barnier Bild: State Department photo by Michael Gross

Die Europäische Kommission will ins Schattenreich der Finanzwirtschaft abgewanderte Geldmarktfonds künftig regulieren. Fondsgesellschaften, die ihren Kunden versprechen, dass sie für jeden Euro, den sie eingezahlt haben, auch einen Euro ausgezahlt bekommen - und zwar selbst dann, wenn der Fonds im Minus ist, sollen künftig eine Kapitaldecke bilden, um Ausfallrisiken vorzubeugen. Einen entsprechenden Vorschlag will EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier an diesem Mittwoch vorlegen.

Dem Entwurf zufolge soll die Rücklage drei Prozent des gesamten Vermögenswertes des Fonds betragen und auf ein Sperrkonto eingezahlt werden. Die Rücklage soll aber nicht sofort und komplett, sondern graduell im Jahresrhythmus aufgebaut werden. Die Regeln sollen dazu dienen, den bisher unregulierten Fondsmarkt sicherer zu machen.

Mit seinem Vorschlag versucht Barnier, die unterschiedlichen Interessen der Europäer unter einen Hut zu bekommen. Deutschland und Frankreich etwa drängen auf viel schärfere Vorschriften.

Am Montag hatten Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und der französische Finanzminister Pierre Moscovici in einem gemeinsamen Brief Barnier aufgefordert, Geldmarktfonds, die ihren Kunden stabile Rückkaufpreise versprechen, komplett zu verbieten. Das Versprechen stelle ein systemisches Risiko für die Finanzmärkte dar. Alle Fondsgesellschaften sollten ab sofort nur noch flexible Rückzahlungen je nach aktuellem Marktwert der erworbenen Anteile Mit dieser Forderungen stürzen die beiden Minister allerdings praktisch die Finanzplätze Irland und Luxemburg in Schwierigkeiten. In den beiden Ländern sitzen vor allem Geldmarktfonds, die Kunden mit dem Versprechen locken, jeden Euro, den sie eingezahlt haben, auch wieder ausbezahlt zu bekommen. Diese Fonds kommen meist aus den USA und haben eben ihre Dependancen in Luxemburg und Irland. In Frankreich, wo ebenfalls viele Geldmarktfonds sitzen, sind dagegen nur Anbieter erlaubt, die Gewinnanteile entsprechend der aktuellen Marktpreise auszahlen. In den drei Ländern sitzen 95 Prozent aller in Europa vertretenen Geldmarktfonds, schreibt Barnier in seinem Gesetzesvorschlag.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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