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Huawei bereitet sich auf eingeschränktes US-Geschäft vor

Archivmeldung vom 10.07.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.07.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Honor-Smartphone: Huawei setzt auf Untermarken.
Honor-Smartphone: Huawei setzt auf Untermarken.

Bild: Florian Fügemann

Der chinesische Telekommunikationskonzern Huawei bereitet sich weiterhin darauf vor, dass US-Zulieferer ab dem 19. August nur sehr eingeschränkt Geschäfte mit dem Unternehmen machen dürfen. Das sagte David Wang, stellvertretender Vorsitzender von Huawei Deutschland, der "Welt".

Zwar hatte US-Präsident Donald Trump jüngst angekündigt, dass ein entsprechendes Verbot der US-Regierung aufgehoben würde. Darauf wolle man sich aber nicht verlassen: "Trumps Aussagen kenne ich, aber bis jetzt haben wir dafür keine offizielle Bestätigung oder weitergehende Erklärungen", sagte Wang. Während seiner Pressekonferenz auf dem G20-Gipfel habe Trump "viele Botschaften" gehabt, "aber andere offizielle Vertreter der USA haben ganz andere Dinge gesagt. Die Informationen von amerikanischer Seite sind teilweise widersprüchlich, aber unabhängig davon werden wir unseren Kunden weiterhin beste Produkte und Dienstleistungen bieten", so Huaweis Deutschland-Vize weiter.

Huawei arbeite daran, unabhängig von US-Lieferanten zu werden und habe das teilweise erreicht. "Was unsere Netzwerk-Technik für 5G angeht, sind wir völlig unabhängig von amerikanischen Lieferanten und können unsere Kunden uneingeschränkt beliefern, ganz gleich, wie die US-Regierung entscheidet", so Wang. Auch bei den Smartphones sei das Unternehmen weitgehend unabhängig von US-Lieferanten. "Unsere Zulieferketten sind international breit aufgestellt; unsere Komponenten kommen aus den USA, aus Japan, Korea, Europa und natürlich China", sagte Wang der "Welt".

Wenn man sich zu abhängig von einem Lieferland mache, "dann liefern wir uns zu sehr dem Wohlwollen einer Regierung aus. Das kann sich eine Firma mit mehr als 100 Milliarden Dollar Umsatz nicht leisten", so Huaweis Deutschland-Vize weiter. Auch das intern entwickelte Betriebssystem sei einsatzfähig, falls der US-Boykott andauere. "Wir können unser eigenes Betriebssystem jederzeit auf den Markt bringen", so Wang. Man würde "weiter gerne mit Google bei Android zusammenarbeiten. Nur wenn wir von den USA mit dem Rücken an die Wand gedrängt werden, werden wir gezwungen sein, unser Betriebssystem einzuführen", so der Deutschland-Vize weiter.

Huawei-Smartphones laufen auf dem Android-Betriebssystem des US-Konzerns Google. Unter dem angekündigten Verbot müsste Google für die Besitzer von Huawei-Modellen, die nach dem 19. August auf den Markt kommen, den Zugang zu zentralen Diensten einschränken. "Die Kommunikation mit der US-Regierung ist schwierig und wir wissen nicht, ob und wie sie ihre Position ändern wird und wie Google darauf reagieren wird", sagte Wang der "Welt". Man wisse nur, "dass wir unsere Kunden weiter zufriedenstellen wollen und dass wir das technisch können - sei es mit Android oder mit unserem eigenen Betriebssystem."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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