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Betreuungsschlüssel in Jobcentern zu niedrig

Archivmeldung vom 01.04.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 01.04.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Zentrale der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Bild: Bundesagentur für Arbeit
Zentrale der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Bild: Bundesagentur für Arbeit

Die Zahl der Arbeitsvermittler in den Jobcentern ist deutlich niedriger als gesetzlich vorgeschrieben und bisher offiziell angegeben. Wie aus internen Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervorgeht, die der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" vorliegen, kommen auf einen Vermittler bei den unter 25-Jährigen durchschnittlich 145 Erwerbslose, bei den über 25-Jährigen sind es sogar 195 Personen ohne Job.

Den gesetzlichen Vorgaben zufolge sollte sich ein Vermittler aber nur um 75 Arbeitslose unter 25 Jahre und um 150 Personen über 25 Jahre kümmern. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Sabine Zimmermann, hatte die Daten bei der Bundesagentur erfragt. Sie betonte: "Individuelle Betreuung ist das A und O einer guten Arbeitsförderung. Die Jobcenter sind personell unterfinanziert." Um auf den offiziell vorgeschriebenen Betreuungsschlüssel zu kommen, würde die Bundesagentur die Daten "schönen", kritisierte Zimmermann. Dafür würden in Teilen auch Personal im Empfangsbereich und Teamleiter in die Statistik aufgenommen, die aber gar nicht in der Vermittlung arbeiteten. Auch würden Personen mit "Nichtaktivierungsgrund" (zum Beispiel Alleinerziehende mit kleinen Kindern) und Aufstocker aus den Zahlen der Erwerbslosen herausgerechnet. "Jobcenter dürfen keine Verwahrstationen sein", sagte Zimmermann. Sie forderte die Bundesregierung auf, tätig zu werden.

Quelle: Rheinische Post (ots)

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