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Allianz-Chef Oliver Bäte: "Meinetwegen kann der nächste Allianz-CEO eine Frau sein"

Archivmeldung vom 16.06.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.06.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Bild: Capital, G+J Wirtschaftsmedien Fotograf: Capital, G+J Wirtschaftsmedien
Bild: Capital, G+J Wirtschaftsmedien Fotograf: Capital, G+J Wirtschaftsmedien

Allianz-Boss Oliver Bäte hat eingeräumt, dass auch er lange gebraucht habe, um den Sinn einer gezielten Frauenförderung in Unternehmen zu verstehen. "Ich kann Ihnen sagen, dass das auch für mich ein langer Prozess war. Ich musste viel lernen: die Kommunikationsmechanismen zwischen Männern und Frauen, die unbewussten, diskriminierenden Entscheidungsprozesse, dass man zuhören muss und Zeit braucht", sagte Bäte in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin Capital.

Auch bei der Allianz habe es "hartnäckige Beharrungskräfte bei vielen Vorgesetzten" gegeben, "die dachten, dass doch alles gut läuft und sich so schnell nichts ändern müsse", sagte Bäte weiter.

Heute ist die Allianz einer von zwei Konzernen im deutschen Leitindex Dax, der drei weibliche Vorstandsmitglieder hat - der zweite ist die Telekom. Insgesamt lag der Frauenanteil bei börsennotierten Unternehmen zuletzt bei 13 Prozent. Damit hinkt Deutschland im internationalen Vergleich deutlich hinterher. Die Bundesregierung hat deshalb eine gesetzliche Frauenquote für Vorstände verabschiedet.

In der neuen Ausgabe von Capital hat das Magazin die Führungsspitzen von gleich vier großen deutschen Unternehmen befragt, wie Frauen und Männer auf Dauer erfolgreich gemeinsam zusammenarbeiten. Neben der Allianz bezogen dafür die Führungsduos des Immobilienkonzerns Vonovia, des IT-Konzerns Software AG und des Zahlungsdienstleisters Ratepay dazu erstmals ausführlich Stellung.

Bäte sagte, er habe vielen Kollegen klar machen müssen, "dass Klischeedenken, Macho-Gebaren, Diskriminierung nicht toleriert werden", so Bäte. Mittlerweile gebe es intern 40 Prozent weibliche Führungstalente. Deren Karrieren steht nichts im Weg: "Meinetwegen kann der nächste Allianz-CEO eine Frau sein", so Bäte. Seine Vorstandskollegin Barbara Karuth-Zelle sagte: "In Männer-dominierten Bereichen brauchen wir vor allem Männer, die klar sagen, dass sie in einem vielfältig aufgestellten Team einen Mehrwert sehen. Und Bäte sagt: "Ohne Frauen in Spitzenpositionen hätte die Allianz heute "einen echten Wettbewerbsnachteil."

Auch Vonovia-Chef Rolf Buch räumt ein, er habe bemerkt, "dass Männer sich neben Frauen etwas besser benehmen und das Aggressivitätsniveau zurückgeht." Seit drei Jahren sitzt Helene von Roeder als Finanzvorstand neben ihm im Vonovia-Vorstand. Gemeinsam stemmen sie gerade die 18 Mrd. Euro teure Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen. Dazu sagte Buch : "Es ist ganz einfach: ohne das Geld, das Helene besorgt, können wir hier nichts machen."

Quelle: Capital, G+J Wirtschaftsmedien (ots)

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