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TK-Chef drängt auf Reform der gesetzlichen Krankenversicherung

Archivmeldung vom 02.11.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.11.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Logo der Techniker Krankenkasse (TK)
Logo der Techniker Krankenkasse (TK)

Der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkassen (TK), Jens Baas, hat die Ampel-Parteien zu tiefgreifenden Reformen der gesetzlichen Krankenversicherung aufgefordert. "Das Geld ist weg. Deswegen muss die Ampel schnell handeln", sagte er dem "Handelsblatt".

Der Bund stützt die gesetzlichen Krankenkassen alleine im kommenden Jahr mit einem Rekord-Zuschuss von 28,5 Milliarden Euro. "Die neue Bundesregierung wird den Bundeszuschuss weiter hoch halten müssen", sagte Baas. "Gleichzeitig ist aber auch zu befürchten, dass sie die Beiträge leicht steigen lassen wird und damit die Sozialgarantie innerhalb der nächsten vier Jahre beerdigt." Die Sozialgarantie besagt, dass die Sozialbeiträge die Marke von 40 Prozent nicht überschreiten.

"Fällt die Marke erst einmal, könnten die Beiträge schnell steigen", sagte der TK-Chef. "Deswegen ist mein Plädoyer: Wir müssen an die Ausgaben ran. In den vergangenen acht Jahren wurde das System nur teurer." Baas forderte unter anderem eine Krankenhausreform mit dem Ziel, die Bettenzahl deutlich zu reduzieren. Er gehe davon aus, dass 100.000 der 500.000 Krankenhausbetten in Deutschland überflüssig seien, sagte der TK-Chef. "Zum einen sind die Betten im Schnitt nur zu 77 Prozent ausgelastet. Zum anderen schätzen wir, dass jede fünfte Krankenhausbehandlung nicht stationär erfolgen müsste." Wirksame Sofort-Maßnahmen seien auch bei den Pharmapreisen möglich, etwa durch einen höheren verpflichtenden Herstellerrabatt und eine niedrigere Mehrwertsteuer auf Medikamente.

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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