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Eigentümer von Arcandor verdienten an den hohen Karstadt-Mieten

Archivmeldung vom 22.06.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.06.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Nicht nur der ehemalige Karstadt-Chef Thomas Middelhoff profitierte privat von den hohen Mieten für einzelne Karstadt-Filialen. Auch persönlich haftende Gesellschafter der Privatbank Sal. Oppenheim, Hauptaktionär des heute insolventen Arcandor-Konzerns, sind an mindestens zwei der fünf Immobilien beteiligt, die Oppenheim-Esch-Fonds an Arcandor vermieten.

Das belegen Grundbucheintragungen aus Potsdam und Leipzig, die dem Tagesspiegel vorliegen. Einer der Beteiligten an der Karstadt-Filiale in Leipzig ist Matthias Graf von Krockow, Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter von Sal. Oppenheim.

Auch der zweite Hauptaktionär, die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz, profitiert von den hohen Mietzahlungen. Sie ist zu einem Drittel an der Oppenheim-Esch-Managementgesellschaft beteiligt, wie der Tagesspiegel weiter berichtet.

Unterdessen geht Wolfgang Pokriefke, ehemaliges Mitglied des Aufsichtsrats von Karstadt-Quelle, heute Arcandor, davon aus, dass die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Essen gegen Thomas Middelhoff wegen des Verdachts der Untreue ergebnislos bleiben. "Ich rechne damit, dass das Verfahren eingestellt wird", sagte Pokriefke dem Tagesspiegel. "Die Verträge hat sein Vorgänger Wolfgang Urban unterschrieben, daran konnte Middelhoff nicht rütteln".

Zudem habe Middelhoff sofort und von sich aus den Aufsichtsrat über seine private Beteiligung an Karstadt-Immobilien informiert, als er im Juni 2004 in das Unternehmen kam. "Wir mussten ihn nicht danach fragen", berichtet Pokriefke. Der ehemalige Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats kann die Aufregung um die Beteiligung Middelhoffs an Oppenheim-Esch-Fonds nicht nachvollziehen: "Damals hat das niemand als anrüchig empfunden."

Quelle: Der Tagesspiegel

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