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Strom: Großhandelspreise bleiben niedrig, aber Verbraucher zahlen mehr denn je

Freigeschaltet am 18.05.2020 um 07:43 durch Andre Ott
Strom: Großhandelspreise bleiben niedrig, aber Verbraucher zahlen mehr denn je /Bild: "obs/CHECK24 GmbH"
Strom: Großhandelspreise bleiben niedrig, aber Verbraucher zahlen mehr denn je /Bild: "obs/CHECK24 GmbH"

Strom ist an der Börse nach wie vor sehr günstig. Im Durchschnitt kostet eine Megawattstunde im Mai 19,43 Euro. Im Vergleich zur Preisspitze im September 2008 kaufen Stromanbieter aktuell um 78 Prozent günstiger ein. Der Wert im Mai liegt nur knapp über dem Vormonat April (16,35 Euro).*

Ganz anders das Bild bei den Verbraucherpreisen. Schon zu Beginn des Jahres hatten 677 Stromgrundversorger ihre Preise um durchschnittlich 6,8 Prozent erhöht. Ein Musterhaushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 5.000 kWh zahlt im Mai durchschnittlich 1.649 Euro - so viel wie nie.**

Deutlich weniger als in der Grundversorgung zahlen Stromkunden bei alternativen Anbietern. Im Durchschnitt der zehn günstigsten Alternativanbietern zahlt ein Musterhaushalt im Mai für 5.000 kWh 1.369 Euro. Das sind rund 17 Prozent weniger als in der Grundversorgung. "Alternative Stromanbieter reagieren deutlich schneller auf Preisnachlässe an der Börse und geben diese eher an die Endkunden weiter", sagt Lasse Schmid. "Am einfachsten senken Verbraucher ihre Stromrechnung durch einen Wechsel zu einem günstigen Alternativanbieter."

Der Anteil am Strompreis, den Versorger maßgeblich beeinflussen können - aus Beschaffung, Vertrieb und Marge - beträgt nur rund 23 Prozent. Der Rest entfällt auf Steuern, Umlagen oder Netzgebühren. Daher können Verbraucher nicht auf große Preissenkungen hoffen.

*Quelle: Fraunhofer Institute for Solar Energy Systems ISE, Day Ahead Auktion, Nominale volumengewichtete Durchschnittspreise, nicht inflationsbereinigte Preise; Datenquelle: EPEX SPOT; letztes Update: 14.5.2020

**Der CHECK24-Strompreisindex berücksichtigt pro Netzgebiet den Preis des Grundversorgungstarifs, den jeweils günstigsten Tarif des Grundversorgers sowie den je günstigsten Tarif der zehn preiswertesten Alternativanbieter. Die Preisberechnung basiert auf dem durchschnittlichen Jahresverbrauch eines Musterhaushalts (5.000 kWh) und erfolgt einmal im Monat. Die Gewichtung wird jährlich anhand des Monitoringberichts der Bundesnetzagentur angepasst.

Quelle: CHECK24 GmbH (ots)


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