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Sorge um den Euro ist Top-Thema des Jahres 2011

Archivmeldung vom 21.12.2011

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.12.2011 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bild: berlin-pics  / pixelio.de
Bild: berlin-pics / pixelio.de

Die Euro- und Finanzkrise ist das Thema, das die Deutschen in 2011 am meisten beschäftigte. Eine repräsentative Bevölkerungsumfrage der Universität Hohenheim und der ING-DiBa AG zeigt: Die Bürger fühlen sich von der Krise persönlich stark betroffen. Sie überlagert selbst die Reaktorkatastrophe in Fukushima.

Im Jahr 2011 sind Fragen rund um die Euro- und Verschuldungskrise das Top-Thema der Bevölkerung. 44,1 Prozent der befragten Bürgerinnen und Bürger in Deutschland fühlen sich von ihr am meisten betroffen. „Der Euro, die Staatsfinanzen, die Wirtschaftslage – das sind die Themen, die die Deutschen beschäftigen. Sie werden als außergewöhnlich und einschneidend wahrgenommen und machen Angst. Dagegen erscheinen den Bürgern sogar die dramatischen Ereignisse um Fukushima, Terrorakte wie z. B. in Norwegen oder der Jahrestag ‚09/11‘ als weniger bedeutend. Was die Deutschen in 2011 bewegt, findet direkt vor ihrer Haustür statt“, erklärt Claudia Mast, Professorin für Kommunikationswissenschaft der Universität Hohenheim (Stuttgart).

Die befragten Bürger sehen die Krise nicht mehr nur als abstraktes Phänomen von Finanzmärkten an, die weit weg sind. Sie erkennen die Tragweite der Ereignisse und ihrer Auswirkungen nicht nur auf europäischer und internationaler Ebene, sondern vor allem auch für sich selbst, die deutsche Wirtschaft und den sozialen Zusammenhalt in ihrem Umfeld.

Auf Platz zwei der Themen, die die Menschen in diesem Jahr am meisten beschäftigten, liegt Fukushima. Die Umwelt- und Reaktorkatastrophe ist für rund jeden sechsten Befragten in diesem Jahr einschneidend gewesen (16,7 Prozent). Die wirtschaftliche Lage in Deutschland macht 4,9 Prozent der Befragten Sorgen. 4,7 Prozent beschäftigt vor allem soziale Ungerechtigkeit. Drängende Fragen aus Wirtschaft und Gesellschaft stehen damit 2011 ganz oben auf der Agenda der Bevölkerung. Den Platz fünf im Themen-Ranking belegen schließlich die Unruhen im arabischen Raum.

Die Bevölkerungsumfrage bildet den Auftakt zu einer Langzeitstudie, die das Fachgebiet für Kommunikationswissenschaft und Journalistik der Universität Hohenheim (Stuttgart) in Kooperation mit der ING-DiBa AG (Frankfurt) durchführt. Das Forschungsprogramm untersucht die mediale Berichterstattung und öffentliche Kommunikation über aktuelle Themen aus Wirtschaft und Politik im Zeitverlauf. Es analysiert die Leistungen öffentlicher Kommunikation verschiedener Akteure aus Medien, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, die sich mit aktuellen Themen auseinandersetzen. Ziel des Programms ist es, die Arbeit von Journalisten und anderen öffentlichen Kommunikatoren den Erwartungen und Bewertungen ihres Publikums gegenüberzustellen. Aus den Ergebnissen der Studie werden Ansatzpunkte und Handreichungen für die Journalismus-Praxis, aber auch das Kommunikationsmanagement von Unternehmen und weiteren Akteuren aus Politik und Gesellschaft entwickelt.

Quelle: Universität Hohenheim (idw)

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