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Deutsche Brauereien treibt die Profitgier

Archivmeldung vom 03.03.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 03.03.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Timon Fischer
Bild: martina braun-rodmann / PIXELIO
Bild: martina braun-rodmann / PIXELIO

Die großen deutschen Brauereien schmieden wieder Entlassungspläne in großer Manier. Nicht etwa rote Zahlen spielen bei den Vorhaben eine Rolle, sondern die globale Gier und ausländische Investoren. Soziale Verantwortung oder das Bewusstsein um eine einzigartige Kultur des deutschen Biers bleiben dabei auf der Strecke.

Wie der Wein zu Italien oder Frankreich gehört das Bier zu Deutschland. Fragt man den Deutschen nach seinem Nationalgetränk so wird mit Sicherheit ein Großteil der Befragten mit "Bier" antworten. "Bier ist rein. Bier ist Genuss. Bier ist Deutschland." heißt es dieses Jahr in der Image-Kampagne des Deutschen Brauer Bundes. Sie frönen dem deutschen Reinheitsgebot, das am 23. April 1516 in Kraft getreten ist.

Doch viele Brauereien scheinen sich ihrer kulturellen Bedeutung nicht bewusst zu sein. Sie vergessen diese, sobald sie von der Profitgier von ausländischen Investoren beeinflusst werden. Schon seit einiger Zeit kaufen diese sich den deutschen Markt "zurecht". Wie Heuschrecken mischen die geldgierigen aus Übersee Finanzmärkte auf oder zerschlagen Konzerne der Metall- und Autobranche, die bereits seit Generationen eingesessen sind. Seit geraumer Zeit richtet sich ihr Augenmerk auch auf die Bierwelt. Ein Beispiel ist die Weltbrauerei AB Inbev. Zum Portfolio des Konzerns gehören Marken wie Becks, Franziskaner oder Löwenbräu. Im Jahr 2009 konnte InBev allein in Deutschland, Österreich und der Schweiz 250 Mio. Euro Rendite erwirtschaften. Trotzdem möchte die Geschäftsleitung weitere 386 Jobs in Deutschland streichen. So verlangen es die brasilianischen Hauptanteilseigner. Ähnliche Umstände begegnen uns auch bei der Brau Holding International in München, bei der Heineken große Anteile hält, dazu zählen Marken wie Fürstenberg, Paulaner und viele Weitere. Stichhaltige Gründe sucht man in Deutschland vergebens. Unsere Brauereien schreiben keine roten Zahlen, es ist vielmehr die globale Gier, die von ihnen Besitz ergriffen hat.

Die CIS als renommierte Unternehmensberatung berät seit Jahren Konzerne in der Lebensmittelbranche, darunter auch die Getränkeindustrie. Sie sieht einen Markt, der mit 1.300 Brauereien und über 5.000 verschiedenen Bieren eine einzigartige Stellung auf der Welt einnimmt. Rund 30.000 Beschäftigte unterhalten die deutschen Braustätten im letzten Jahr. Wenn an einer Branche so viele Arbeitsplätze hängen bedarf sie natürlich besonderer Aufmerksamkeit. Mit Besorgnis beobachtet die CIS daher das hiesige Biergeschäft. Im Vergleich zum Vorjahr war der Bierabsatz 2009 um 2,8 Prozent rückläufig. In Zahlen sind das jedoch immer noch fast 100 Mio. Hektoliter verkauftes Bier. Der Deutsche konsumiert rund 110 Liter Bier pro Jahr, das sind 66 % mehr als der durchschnittliche Europäer. Die deutschen Brauereien konnten ihre Umsätze in den letzten Jahren stabil halten oder sogar steigern. Seit 2005 beläuft sich der Umsatz der Branche tendenziell stabil auf rund 8,2 Mill. EUR. Diese werden durch moderate Preisanpassung und Zusammenschlüsse der Brauereien gesichert. Die CIS möchte sich auch nicht über moderate Preiserhöhungen beklagen. Als Branchenkenner ist es ihnen bekannt, dass beispielsweise steigende Rohstoffpreise auch eine Preiserhöhung nach sich ziehen. Das entspricht der Logik. Entlassungen trotz schwarzer Zahlen allerdings sind nicht logisch. Das beargwöhnt die CIS und das ist auch für Branchenfremde eine kritische Hinterfragung, wenn nicht sogar einer passenden Entgegnung wert.

Wie sollte der deutsche Bierliebhaber dieser Unverschämtheit begegnen, mögen Sie sich jetzt fragen. Ganz einfach empfiehlt Robert Sauer, Geschäftsführer der CIS: Greifen Sie auf Biere oder ganz allgemein Lebensmittel zurück, dessen Ursprung und soziale Verantwortung Sie sich bewusst sind. Viele Regionale kleine Brauereien beispielsweise leisten hier gute Arbeit. Hier geht es noch um andere Interessen: Bier, als eines der faszinierendsten Statussymbole unserer Kultur und Gesellschaft. Manch Großer scheint dies vergessen zu haben. Wir nicht.

Quelle: CIS

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