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BDI: "Rückgang des Bruttoinlandsprodukts voraussichtlich von drei bis sechs Prozent"

Archivmeldung vom 06.04.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.04.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Joachim Lang (2018)
Joachim Lang (2018)

Foto: Publicon
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang äußert sich zur weltwirtschaftlichen Lage: "Für Deutschland muss im laufenden Jahr mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von drei bis sechs Prozent gerechnet werden. Voraussetzung ist eine Unterbrechung der wirtschaftlichen Aktivität von maximal sechs Wochen."

Lang weiter: "Die weltweite Wirtschaftsleistung wird um bis zu drei Prozent sinken. In den vergangenen 50 Jahren fiel sie überhaupt nur ein einziges Mal - und zwar 2009 um 1,7 Prozent. Für den Welthandel erwarten wir im besten Fall einen Rückgang um drei bis fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Eine kräftige Rezession in den Vereinigten Staaten, in Europa und in Japan ist in diesem Jahr nicht mehr zu vermeiden. Die Wirtschaftskraft im Euroraum und in der EU wird 2020 wahrscheinlich um drei bis fünf Prozent zurückgehen, in den USA um zwei bis vier und in Japan um ein bis drei Prozent. In China ist immerhin noch mit Wachstum von bis zu zwei Prozent zu rechnen.

Viele Regierungen und Notenbanken haben Stützungsmaßnahmen für die Wirtschaft auf den Weg gebracht. Mit einsetzendem Erfolg der Quarantänemaßnahmen werden weitere fiskalpolitische Stimuli erforderlich werden. In den USA sind erste Maßnahmen beschlossen worden, China, Japan werden nachlegen.

In der EU reichen die fiskalischen Stützungs- und Belebungspakete noch nicht aus. Deutschland ist mit einem großen Paket vorangeschritten. In vielen Ländern sind weitere kräftige Maßnahmen notwendig. In Europa kann und muss die supranationale Ebene einen wesentlichen Beitrag leisten. Nach dem Exit aus der Quarantäne muss ein lang angelegtes Wiederaufbauprogramm beginnen."

Quelle: BDI Bundesverband der Deutschen Industrie (ots)


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