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Erpresserische E-Mail belastet Ex-Wirecard-Chef Braun

Archivmeldung vom 26.03.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.03.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Persönliche E-Mail: Bug bei Twitter seit 2017.
Persönliche E-Mail: Bug bei Twitter seit 2017.

Bild: S. Hofschlaeger/pixelio.de

Der frühere Wirecard-Chef Markus Braun wird im Betrugsskandal durch eine bislang unbekannte E-Mail belastet. Das berichtet der "Spiegel" in seiner neuen Ausgabe.

Hintergrund ist ein Konflikt zwischen Wirecard und einer Firma in Singapur, einem der Drittpartner, an die der Zahlungsabwickler aus Aschheim große Teile seines Geschäfts in Asien ausgelagert hatte. Als die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG im Winter 2019/2020 in einer Sonderuntersuchung den vor allem von der "Financial Times" erhobenen Betrugsvorwürfen gegen Wirecard nachging, wollten die Prüfer auch mit dem Drittpartner sprechen, der zeigte sich aber verärgert. Am 24. Januar schickte der Chef des asiatischen Unternehmens eine erpresserische E-Mail an eine Mitarbeiterin der Wirecard Bank, die einen Kredit zurückgefordert hatte.

"Ganz ehrlich", schrieb der Manager, es "wäre es für uns besser, unsere Beziehung sofort zu beenden und stattdessen detaillierter mit der `Financial Times` zu sprechen." In Kopie ging die Mail an Braun, den für das Drittpartnergeschäft zuständigen Vorstand Jan Marsalek und Aufsichtsratschef Thomas Eichelmann. Braun nahm die Drohung des Geschäftspartners, bei der "FT" auszupacken, offenbar nicht zum Anlass, irritiert nachzufragen. Stattdessen knickte Wirecard ein, der Kredit wurde gestundet. Bei der Staatsanwaltschaft hat Braun vor einigen Wochen ausgesagt, er habe den Feind immer außerhalb des Unternehmens gesehen, bei Spekulanten, die auf einen fallenden Aktienkurs setzten, und bei der "Financial Times", die immer wieder Betrugsvorwürfe erhob, welche Braun stets zurückwies. Die Frage des "Spiegel", warum Braun auf die E-Mail nicht anders reagierte, beantwortete sein Anwalt nicht.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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