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DGB macht gegen Tarifflucht und "staatlich subventioniertes Lohndumping" mobil

Freigeschaltet am 08.01.2021 um 06:46 durch Andre Ott
Bild: Metropolico.org, on Flickr CC BY-SA 2.0
Bild: Metropolico.org, on Flickr CC BY-SA 2.0

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) appelliert an die deutschen Arbeitgeber, Tarifflucht zu beenden. DGB-Chef Reiner Hoffmann sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ), er begrüße das Bekenntnis des neuen Arbeitgeberpräsidenten Rainer Dulger zu Tarifverträgen. Es sei höchste Zeit, "dass dieses Bekenntnis auch von jenen Arbeitgebern und deren Verbänden beherzigt wird, die seit Jahren Tarifflucht betreiben".

Hoffmann kritisierte in diesem Zusammenhang Mitgliedschaften ohne Tarifbindung. Er forderte, die Verbände der Arbeitgeber sollten solche Mitgliedschaften "endlich aus ihren Satzungen verbannen".

Dulger hatte zuvor betont, er sei ein großer Anhänger der Tarifpartnerschaft - "aber leider haben viele Flächentarifverträge ihre Attraktivität verloren". Im Tarifrecht seien dringend Reformen nötig. "Wer geht denn heute noch in die Tarifbindung, wenn man sich an viel zu starre, teure Tarifwerke binden muss?", fragte Dulger. Tarifpartner bräuchten zusätzliche Handlungsspielräume für Flexibilisierung und Modernisierung.

Hoffmann entgegnete im Gespräch mit der NOZ, von starren Tarifwerken könne keine Rede sein: "Dass die Tarifvertragsparteien Verantwortung für moderne Tarifverträge wahrnehmen, zeigen zahlreiche Tarifabschlüsse bereits seit Jahren. Gerade in Zeiten der Pandemie hat sich gezeigt, dass Tarifverträge über hohe Flexibilität verfügen und ganz wesentlich zur Beschäftigungssicherung beitragen." Die Gewerkschaften stehen nach den Worten des DGB-Chefs jederzeit für Verhandlungen zur Verfügung . Das lasse sich von den Arbeitgebern in einigen Branchen leider nicht behaupten.

An die Politik appellierte Hoffmann, "staatlich subventioniertes Lohndumping" endlich zu beenden. Er forderte: "Mit Steuergeldern finanzierte öffentliche Aufträge dürfen nur an solche Unternehmen vergeben werden, die tarifgebunden sind. Millionen Beschäftigte müssten dann am Ende des Monats nicht über Sozialleistungen Aufstockungen beantragen, die ebenfalls vom Steuerzahler finanziert werden."

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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