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EZB-Direktor erteilt Bankenhoffnung auf gemilderten Minus-Zins Absage

Archivmeldung vom 23.04.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.04.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Der EZB-Direktor Benoît Cœuré hat den Hoffnungen vieler Banken auf eine Abmilderung des EZB-Negativzinses eine Absage erteilt. Er sei sehr skeptisch, dass ein gestaffelter negativer Einlagenzins richtig wäre, sagte Cœuré der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Er sei über die Intensität der Diskussion "überrascht" und sehe derzeit keine geldpolitische Begründung für eine Staffelung, sagte Cœuré, der neben EZB-Chefvolkswirt Peter Praet zu den engsten Beratern von EZB-Chef Mario Draghi zählt. Draghi hatte den Banken in einer Rede Hoffnung gemacht. "Im Augenblick sehe ich das geldpolitische Argument für eine Staffelung nicht", sagte Cœuré. "Von der Staffelung würden vor allem die Banken mit hoher Überschussliquidität profitieren, von denen viele in Frankreich und Deutschland sitzen, wo die Kreditvergabe ohnehin schon hoch ist. Es gibt also bisher keinen Beweis, dass der negative Einlagenzins schlecht für die Kreditvergabe ist. Eher umgekehrt", so der EZB-Direktor weiter. Derzeit liegt der Einlagenzins der Europäischen Zentralbank bei minus 0,4 Prozent. Die europäische Banken müssen auf ihre Überschussliquidität, die sie bei der EZB parken, etwa 7,5 Milliarden Euro Negativzins an die Zentralbank zahlen.

Cœuré nannte den negativen Einlagenzins "wirklich nicht das größte Problem" der europäischen Banken, die mit geringer Profitabilität kämpfen. Diese sollten mehr über ihre Kosten nachdenken. Eine Rezession im Euroraum sieht Cœuré nicht kommen, auch wenn er zugibt, dass das Ausmaß Konjunkturabschwungs die Zentralbank überrascht hat, besonders in Deutschland. Die EZB habe "gemischte Gefühle". Es gebe einerseits "keinen Grund für allzu düstere Gedanken. Andererseits ist es doch sehr unsicher, wie lange und wie stark die Abschwächung sein wird." Die Unsicherheit habe politische Gründe: die von den USA ausgehenden Handelskonflikte, auch etwa der Brexit. "Das Wachstum kommt nur dann in der zweiten Jahreshälfte zurück, wenn sich Lösungen beim Handelsstreit abzeichnen", sagte Cœuré der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er riet Deutschland, durch mehr Investitionen die Binnennachfrage zu stärken.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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