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Pharmagroßhandel agiert maßlos: Apotheken sollen bluten

Archivmeldung vom 09.12.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.12.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Fabian Pittich
Logo von Apotheken
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Den 21.500 Apotheken und ihren Mitarbeitern droht mit dem Jahresende ein Fiasko. Denn neben dem jüngsten Spargesetz der Regierung wollen auch die wenigen verbliebenen Pharmagroßhändler die Apotheken bluten lassen: Der Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels (Phagro) verkündete am Donnerstag angebliche Ertragsverschlechterungen seiner Mitglieder. Deshalb werde man die Belastungen aus dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG), das am 1. Januar 2011 in Kraft tritt, auf die Apotheken abwälzen.

Die Zahlenspiele des Phagro waren schon bei den AMNOG-Beratungen zweifelhaft: So wurden Zahlen für das Jahr 2009 präsentiert - obwohl einige Unternehmen der Branche noch nicht einmal diesen Zeitraum vollends bilanziert hatten. Nur wenige der Großhandelsunternehmen veröffentlichen zudem detaillierte Ertragszahlen. "Das Phagro-Zahlenwerk soll die milliardenschweren Handelsunternehmen arm rechnen und ihnen ermöglichen, die Last auf die Apotheken abzuwälzen", sagt Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV). "Das AMNOG belastet die Apotheken mit rund 200 Millionen Euro jährlich. Wir erwarten von Gesundheitsminister Dr. Rösler nun, dass er Wort hält und einem möglichen Kartell von Großhändlern rechtzeitig die Stirn bietet. Der Großhandel soll seine Last selbst tragen."

Becker: "Wir gehen davon aus, dass auch die Kartellbehörden bereits ein Auge auf die jüngsten Aktivitäten des pharmazeutischen Großhandels in Deutschland geworfen haben. Die aktuellen Entwicklungen richten sich konzertiert gegen den Qualitäts- und Preiswettbewerb, damit gegen die Apotheken und auch gegen die Arzneimittelversorgung der Menschen." Bemerkenswert: Während die Zahl der Apotheken in Deutschland abnimmt, gründen die Großhändler immer neue Niederlassungen und setzen zusätzlich gewaltige Summen ein, damit beispielsweise eigene Apothekenmarken an Einfluss gewinnen. Becker: "Wir fordern die Politik auf, uns endlich gegen den maßlosen Auftritt des Großhandels zur Seite zu stehen."

Quelle: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

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