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DIW: Niedriglohnsektor größer als bisher angenommen

Archivmeldung vom 02.04.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.04.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Bild: uschi dreiucker / pixelio.de
Bild: uschi dreiucker / pixelio.de

In Deutschland gibt es einer neuen Studie zufolge deutlich mehr Niedriglohnjobs als bisher angenommen. Im Jahr 2017 wurden demnach 24,5 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse lediglich mit einem Niedriglohn vergütet. Das ergibt die Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die der Tageszeitung "neues deutschland" vorab vorliegt und über die sie in ihrer Mittwochausgabe berichtet.

Die Forscher haben erstmals nicht nur den Hauptjob von Beschäftigten betrachtet, sondern auch Nebentätigkeiten wie Minijobs, weil dafür nun ausreichend Daten vorlagen. Die Auswertung zeigt, "dass es im Jahr 2017 über neun Millionen Beschäftigungsverhältnisse mit einem Lohn unterhalb der Niedriglohnschwelle gab, was einem Anteil von rund einem Viertel aller Beschäftigungsverhältnisse entspricht", so das DIW. Das sind rund eine Million Niedriglohnjobs mehr als nach bisherigen Analysen, in denen lediglich die Haupttätigkeit berücksichtigt wurde. Frauen, junge Erwachsene und Ostdeutsche werden demnach besonders oft gering vergütet.

Die große Zahl von Geringverdienern sei »beunruhigend«, nicht zuletzt wegen der stark steigenden Mieten, sagte DIW-Forscher Markus Grabka dem "nd". Zudem sei ein niedriges Gehalt oft ein zentraler Faktor für Altersarmut.

Um den Niedriglohnsektor einzudämmen, plädiert der Forscher für eine Reform der Minijobs. »Würde man die Verdienstgrenze bei Minijobs absenken, könnte die Zahl der geringfügig und entsprechend häufig schlecht entlohnten Beschäftigungsverhältnisse reduziert werden«, so Grabka. Minijobs könnten dann in sozialversicherungspflichtige Teilzeit- oder Vollzeitstellen umgewandelt werden. Konkret schlägt Grabka vor, die Verdienstgrenze bei Minijobs auf 200 oder 250 Euro zu senken. Derzeit dürfen Minijobber bis zu 450 Euro im Monat verdienen. Gefragt sei auch eine "offensivere Lohnpolitik". Als Niedriglöhne gelten Verdienste, die unter 10,80 Euro pro Stunde liegen.

Betrachtet man nur die Hauptjobs von Beschäftigten, lag der Niedriglohnanteil laut DIW bei 22,5 Prozent und damit zwei Prozentpunkte niedriger als bei der neuen Betrachtung, die auch Nebentätigkeiten berücksichtigt.

Quelle: neues deutschland (ots)

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