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Carsten Maschmeyer: "Kann die Wut von Sparern, die Geld verloren haben, verstehen"

Archivmeldung vom 10.02.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.02.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Carsten Maschmeyer, 2012
Carsten Maschmeyer, 2012

Foto: Nikolaj Gerogiew
Lizenz: CC BY-SA 3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der Gründer des Finanzdienstleisters AWD, Carsten Maschmeyer, zeigt erstmals öffentlich Mitleid mit geschädigten Sparern. "Selbstverständlich fühle ich mit den Menschen, die mit ihrer Geldanlage Pech hatten", sagte der Unternehmer in einem Gespräch mit dem Hamburger Magazin stern. "Ganz besonders mit denen, die solche Produkte vielleicht gar nicht erst hätten kaufen sollen."

Der AWD hatte Finanzprodukte gegen Provision vermittelt. Tausende Anleger hatten mit diesen Investments einen Teil ihrer Ersparnisse verloren. Maschmeyer im stern: "Jeder kann die Wut von Sparern, die Geld verloren haben, verstehen. Ich auch." Eine persönliche Verantwortung lehnt er jedoch ab. Er sei nicht der Schuldige. Das seien vor allem die Anbieter der Fonds.

Schwere Vorwürfe erhebt Maschmeyer gegen den Schweizer Versicherer Swiss Life, der den AWD im Jahr 2008 übernommen hatte. Vor dem Verkauf habe er fast 50 Millionen Euro für Entschädigungen falsch beratener Kunden zurückgestellt, so Maschmeyer. "Dieser Schatz" sei von der Swiss Life nicht in der dafür vorgesehen Weise verwendet worden. "Sie haben die Kunden hängen lassen." Die Swiss Life widerspricht: Es habe "immer eine sinnvolle Lösung" für die Kunden gegeben, so ein Sprecher.

Maschmeyer, dessen Vermögen auf mehr als eine Milliarde Euro geschätzt wird, ist heute als Investor aktiv. Mehr als 100 Millionen Euro habe seine Familie bereits in Start-up-Firmen investiert, sagte er dem stern. Das habe sich bislang ausgezahlt: "Wir sind deutlich im Plus."

In seinem gerade erschienenen Buch "Die Millionärsformel" rät er, sich in der Liebe auch "Finanztreue" zu schwören und offen über Geld zu sprechen. Privat, erklärte Maschmeyer, der mit der Schauspielerin Veronica Ferres verheiratet ist, hätten er und seine Frau jedoch getrennte Konten. "Wir trennen das Berufliche und das damit zusammenhängende Finanzielle strikt", sagte er dem stern. "Meine Frau war schon immer finanziell autark, und das ist ihr nach wie vor wichtig."

Der Unternehmer hatte zuletzt keine großen Interviews mehr gegeben. "Ich wollte keine Projektionsfläche mehr bieten für Ideologen", so Maschmeyer im stern. Er fühle sich aber nach wie vor falsch dargestellt. "Man hat mich in den letzten Jahren als Fußabtreter für die Probleme der ganzen Finanzbranche benutzt."

Quelle: Gruner+Jahr, STERN (ots)

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