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2. Quartal 2022: Anstieg der Erwerbstätigkeit auf 45,5 Millionen

Archivmeldung vom 18.08.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.08.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Behördenschild des StatistischesnBundesamtes. Bild: Kandschwar / wikipedia.org
Behördenschild des StatistischesnBundesamtes. Bild: Kandschwar / wikipedia.org

Im 2. Quartal 2022 waren rund 45,5 Millionen Personen in Deutschland erwerbstätig. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) stieg die Erwerbstätigenzahl im Vergleich zum 1. Quartal 2022 saisonbereinigt um 133 000 Personen (+0,3 %).

Ohne Saisonbereinigung erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigen um 303 000 Personen (+0,7 %). Dass die Erwerbstätigkeit im 2. Quartal eines Jahres steigt, ist durch die allgemeine Belebung von Außenberufen im Frühjahr saisonal üblich. Die Frühjahrsbelebung fiel im Jahr 2022 aber verhaltener aus als im Durchschnitt der letzten drei Vorkrisenjahre 2017 bis 2019 (+383 000 Personen; +0,9 %).

Stärkster Anstieg der Erwerbstätigkeit im Vorjahresvergleich seit dem 1. Quartal 2018

Verglichen mit dem 2. Quartal 2021 stieg die Zahl der Erwerbstätigen im 2. Quartal 2022 um 664 000 Personen (+1,5 %). Damit hat sich der Beschäftigungsanstieg im Vorjahresvergleich in gleichem Tempo wie im Vorquartal fortgesetzt (1. Quartal 2021: +659 000 Personen; +1,5 %). Etwa genauso stark wie im 2. Quartal 2022 war die Erwerbstätigkeit im Vorjahresvergleich zuletzt im 1. Quartal 2018 gestiegen, und zwar um 668 000 Personen (+1,5 %).

Es ist zu beachten, dass sowohl die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie seit März 2020 als auch der Zustrom von Geflüchteten aus der Ukraine seit März 2022 zu einer erhöhten Unsicherheit bei der Schätzung der Erwerbstätigenzahlen führen. Die massiv gestiegene und mittlerweile wieder gesunkene Kurzarbeit wirkt sich dabei allerdings nicht auf die Erwerbstätigenzahlen aus, da Kurzarbeitende nach den Konzepten der Erwerbstätigenrechnung unverändert als Erwerbstätige zählen.

Dienstleistungsbereiche mit stärkstem Beschäftigungszuwachs

Im 2. Quartal 2022 trugen überwiegend die Dienstleistungsbereiche zum Anstieg der Erwerbstätigenzahl gegenüber dem Vorjahresquartal bei (+626 000 Personen; +1,9 %): Den größten absoluten Beschäftigungsgewinn verzeichnete der Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe mit +241 000 Personen (+2,5 %) gefolgt von den Öffentlichen Dienstleistern, Erziehung, Gesundheit mit +197 000 Personen (+1,7 %) sowie den Unternehmensdienstleistern mit +80 000 Personen (+1,3 %), zu denen auch die Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften gehört. Im Bereich Information und Kommunikation entwickelte sich der Beschäftigungszuwachs mit +68 000 Personen (+4,8 %) noch dynamischer. Auch bei den Sonstigen Dienstleistungen (unter anderem Verbände und Interessenvertretungen) gab es größere Beschäftigungsgewinne (+40 000 Personen; +1,4 %). Bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern setzte sich hingegen der bereits seit Jahren bestehende Abwärtstrend fort (-6 000 Personen; -0,6 %).

Im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) ist die Erwerbstätigenzahl im 2. Quartal 2022 gegenüber dem Vorjahr weiter leicht gestiegen (+36 000 Personen; +0,4 %). Im Baugewerbe konnten ebenfalls geringfügige Beschäftigungsgewinne erzielt werden (+6 000 Personen; +0,2 %). In der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei sank die Zahl der Erwerbstätigen hingegen um 4 000 Personen (-0,7 %); dieser Rückgang bestätigte den langfristigen Trend in dieser Branche.

Mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, weniger Selbstständige

Zum Anstieg der Erwerbstätigkeit gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,5 % hat im 2. Quartal 2022 maßgeblich die positive Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung beigetragen. Leichte Beschäftigungsgewinne gab es auch bei der Zahl der Beschäftigten mit ausschließlich marginalen Tätigkeiten (geringfügig entlohnte und kurzfristig Beschäftigte sowie Personen in Arbeitsgelegenheiten), während die Zahl der selbstständig Tätigen weiter zurückging. Insgesamt erhöhte sich die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im 2. Quartal 2022 im Vergleich zum 2. Quartal 2021 um 723 000 (+1,8 %) auf 41,6 Millionen Personen. Die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger sank dagegen um 59 000 Personen (-1,5 %) auf 3,9 Millionen.

Arbeitsvolumen steigt um 1,0 %

Die Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je erwerbstätiger Person verringerte sich nach ersten vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit im 2. Quartal 2022 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,5 % auf 319,3 Stunden. Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen - also das Produkt aus der gestiegenen Erwerbstätigenzahl und den geleisteten Stunden je erwerbstätiger Person - erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 1,0 % auf 14,5 Milliarden Stunden.

Erwerbstätigenzahlen in der EU

Nach Angaben des europäischen Statistikamtes Eurostat vom 17. August 2022 stieg die nach europäisch harmonisierten Methoden berechnete Erwerbstätigkeit im 2. Quartal 2022 in den 27 Staaten der Europäischen Union (EU) und im Euroraum gegenüber dem Vorjahresquartal durchschnittlich stärker als in Deutschland (1,5 %). So betrug der Anstieg in der EU 2,3 % und im Euroraum 2,4 %.

Hinweis zu den bisher veröffentlichten Ergebnissen

Neben der Erstberechnung der Erwerbstätigenzahlen und der geleisteten Arbeitsstunden für das 2. Quartal 2022 wurden auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse ab dem 1. Quartal 2018 im Rahmen der turnusmäßigen Überarbeitung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) überarbeitet. Aus der Neuberechnung resultieren für die vierteljährlichen Erwerbstätigenzahlen Vorjahresveränderungsraten, die gegenüber den früheren Angaben maximal um 0,1 Prozentpunkte nach oben von den bisher veröffentlichten Ergebnissen abweichen. Die Entwicklungsraten der Jahresdurchschnitte bleiben für die Jahre 2018 bis 2020 unverändert. Der Jahresdurchschnitt 2021 liegt mit +0,1 % um 0,1 Prozentpunkte höher als bisher ausgewiesen.

Quelle: Statistisches Bundesamt (ots)

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