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90 Prozent der Lehrer geimpft - Verband gegen Impfpflicht

Archivmeldung vom 30.07.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.07.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Anja Schmitt
Heinz-Peter Meidinger (2019)
Heinz-Peter Meidinger (2019)

Foto: Stifterverband
Lizenz: CC BY 3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der Lehrerverband weist eine Impfpflicht kategorisch zurück. "Wir lehnen eine Impfpflicht für Lehrkräfte ab, weil deren Impfquote mit knapp 90 Prozent bereits eine der höchsten aller Berufsgruppen in Deutschland ist", sagte Präsident Heinz-Peter Meidinger dem "Handelsblatt" (Freitagausgabe).

"Da gibt es keinen Handlungsbedarf." Natürlich sei der Lehrerverband "dafür, dass sich alle Lehrkräfte impfen lassen, sofern keine medizinischen Indikationen dagegen sprechen", fügte Meidinger hinzu. "Aber eine Impfpflicht zu verfügen bei einem Impfstoff, über den anders als beim Masernimpfstoff, bei dem es eine Impfpflicht gibt, keine jahrzehntelangen Erfahrungen vorliegen, halten wir für falsch". Wer mehr Gesundheitsschutz an Schulen wolle, "muss die riesige Gruppe ungeimpfter Kinder und Jugendlicher in den Blick nehmen". Meidinger plädierte für den Einsatz mobiler Impfteams an Schulen, um der vorhandenen Impfbereitschaft vieler Eltern und Schüler durch niedrigschwellige Angebote entgegenzukommen und einen positiven Anstoß zu geben. Das mache beispielsweise die Kultusministerin von Schleswig-Holstein, Karin Prien (CDU) "absolut richtig".

Der Bonner Verhaltensökonom Armin Falk hat sich unterdessen für eine generelle Impfpflicht in Deutschland stark gemacht und angeregt, dass der Impf-Status künftig in die Abwägung bei Triage-Entscheidungen auf Intensivstationen einfließen könne. Falk, der zu den weltweitführenden Forschern seines Fachgebiets zählt und Mitglied der Wissenschaftlervereinigung Leopoldina ist, sagte der FAZ (Freitagausgabe): "Sich nicht impfen zu lassen, hat nichts mit Rationalität zu tun, sondern einfach nur mit Eigennutz. Die Allgemeinheit muss hier zahlen für die Trägheit und die Dummheit der Impfgegner." Es handle sich bei jenen, die nicht aus medizinischen Gründen von einer Impfung ausgenommen seien, um "Trittbrettfahrertum der übelsten Sorte".

Weil die Nebenwirkungen des Impfens überschaubar und der Nutzen für die Gesellschaft riesig sei, fordert Falk eine "Impfverpflichtung". Das Mindeste aber müsse es sein, den Zugang zu Restaurants, Reisen und Veranstaltungen für Nicht-Geimpfte zu erschweren, "weil im Moment die Kooperativen die Dummen sind". Der Forscher sagte außerdem: "Wenn Beatmungsgeräte knapp werden oder wir nochmal in eine Triage-Situation kämen, was ich nicht hoffe, und wir dann vor der Wahl stehen, ob ein Geimpfter oder ein Nicht-Geimpfter die Behandlung bekommt, dann würde ich sagen, dass der Impfstatus mit in die Abwägung einfließen sollte." Dem bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler), der sich nicht impfen lässt und das mit der in seinen Augen noch zu unsicheren Impfstoffen begründet, gibt Falk einen sehr direkten Ratschlag: "Klappe halten, impfen lassen." Falk sagte, er stehe fassungslos vor diesem Land, das unfähig sei mit dieser Pandemie zurechtzukommen.

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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