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Magazin: Viele "Eurofighter" der Luftwaffe oft lange fluguntauglich

Archivmeldung vom 28.10.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.10.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Eurofighter der Bundeswehr beim Start
Eurofighter der Bundeswehr beim Start

Foto: KGG1951
Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Die Luftwaffe kann viele ihrer Kampfflugzeuge vom Typ "Eurofighter" nicht nutzen. Das geht laut einem Bericht des "Spiegel" aus internen Berichten der zuständigen Wehrtechnischen Dienststelle her. Demnach sind die Maschinen oft mehrere Jahre lang nicht einsetzbar, weil sie nachgerüstet oder repariert werden müssen.

rsache für die Ausfälle seien technische Fehler, Probleme mit der Qualitätssicherung bei der Herstellerfirma EADS, fehlende Ersatzteile und fehlende Prüfspezialisten. Im Oktober verfügte die Luftwaffe deshalb den Angaben zufolge nur über 73 ihrer insgesamt mehr als hundert Kampfjets. Und auch diese hätten zuletzt am Boden bleiben müssen, weil in einer der Maschinen ein fehlerhaft montierter Schleudersitz entdeckt worden war – und alle Flugzeuge überprüft werden mussten.

Klarstand Eurofighter - Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner

Zu den Veröffentlichungen im Spiegel ( Ausgabe 44/2013) und weiteren Medien zum Klarstand beim Luftfahrzeug Eurofighter äußert sich der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner, wie folgt:

"Der Eurofighter gehört zur Speerspitze derzeitiger Kampfflugzeuge. Die Luftwaffe hat dies mit ihren Eurofightern bei einer internationalen Übung letztes Jahr in Alaska eindrucksvoll unter Beweis stellen können. In anderen Nationen hat der Eurofighter sich in der NATO Operation in Libyen bereits im Einsatz bewähren können.

Solche Leistungen kommen allerdings nicht von alleine. Sie basieren auf hochkomplexer Spitzentechnologie, die beherrscht werden muss. Das braucht seine Zeit, zumal der Anspruch der Luftwaffe an die Flugsicherheit sehr hoch ist. Das ist auch richtig so.

Zugleich befindet sich der Eurofighter noch in der Einführung, was bedeutet, dass seine Fähigkeiten mit den jeweils gelieferten Losen erst Schritt für Schritt aufwachsen. Dass früher gelieferte Maschinen dann zurück in die Industrie müssen, um auf einen einheitlich hohen Standard gebracht zu werden, ist normal und entspricht dem geplanten Programmverlauf.

Die Luftwaffe plant mit insgesamt 140 Luftfahrzeugen, die zudem alle flexibel einsetzbar, also mehrrollenfähig sein sollen. Diese Mehrrollenfähigkeit soll für die ersten Maschinen frühestens in 2015 erreicht werden und in den darauffolgenden Jahren konsequent ausgebaut werden.

Derzeit sind 103 Eurofighter ausgeliefert. Der Klarstand liegt derzeit bei durchschnittlich etwa 50%. Das ist in der derzeitigen Phase des Programms durchaus normal und reicht aus, um den Auftrag der Luftwaffe erfüllen und die Ausbildung zielgerichtet vorantreiben zu können. Alle Beteiligten, Luftwaffe, Rüstungsbereich und Industrie arbeiten mit großen Anstrengungen daran, den technischen Klarstand zu verbessern. Die Tendenz ist auch steigend.

Wenn es dann zu einem technischen Problem wie zuletzt mit den Schleudersitzen kommt, ist das natürlich bedauerlich und verhagelt uns zumindest die Statistik. Das Gute daran ist jedoch, dass der vermutlich durch einen Einzelnen verursachte Einbaufehler im Rahmen von Routinekontrollen entdeckt und behoben werden konnte. Da der Fehler verhindert hätte, dass sich ein Pilot im Notfall mit dem Schleudersitz hätte retten können, war es für mich ein Gebot der Stunde, anzuordnen, den Eurofighter erst wieder fliegen zu lassen, wenn die Schleudersitze funktionieren. Die Flugsicherheit hatte auch in diesem Fall für mich höchste Priorität.

Die ersten Maschinen waren Dank der großen Anstrengungen unserer Techniker jedoch bereits am Folgetag wieder einsatzklar, so dass die Sicherheit im Luftraum über Deutschland durch die Luftwaffe weiterhin verlässlich gewährleistet werden konnte und kann. Die endgültige Überprüfung aller Maschinen dauert wegen des damit verbundenen Aufwands aber noch an. Ich gehe davon aus, dass wir damit Ende kommender Woche fertig sein werden."

Quelle: dts Nachrichtenagentur / Presse- und Informationszentrum der Luftwaffe (ots)

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